Beethoven eint Israelis und Palästinenser
25.08.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Der jüdische Dirigent Barenboim setzt hier nicht das erste Mal auf die Kunst als Mittel zur Annäherung zwischen den Kulturen. Bereits Anfang August hatte er im Amtssitz von Jassir Arafat in Ramallah ein Konzert vor rund 350 Palästinensern und Diplomaten gegeben.
Das Orchester hatte sich 1999 während eines Workshops mit arabischen, israelischen und deutschen Musikern in Weimar formiert. Barenboim sagte, er habe keine politischen Lösungen, er wisse nur eines: «Man kann als Bürger nicht nur auf die Politik warten», sagte Barenboim damals. «Wir werden in dieser relativ kleinen Region miteinander leben müssen, auch wenn das manche noch nicht wahrhaben wollen.» Die Musik könne ein Stück dazu beitragen, einander näher zu kommen.
Bei der Namensgebung griffen die Musiker auf Goethes Alterswerk «West-östlicher Divan» zurück, das literarisch ein Brücke zwischen Orient und Okzident schlägt.
Dem Dirigenten zufolge hätten vor allem manche Teilnehmer aus arabischen Ländern Angst, sich mit Israelis anzufreunden. Ein Libanese hatte Angst, im arabischen Fernsehen neben einem Israeli gezeigt zu werden. (nz)
Für das Web ediert von Annett Jaensch

