31. Jul 2003 12:56, ergänzt 13:02
Papst Johannes Paul II. hat sich gegen die Gleichsetzung homosexueller Lebensgemeinschaften mit Ehen ausgesprochen. Homosexualität widerspreche der natürlichen Moral.
Mit scharfen Worten hat Papst Johannes Paul II. in einem am Donnerstag veröffentlichten Dokument homosexuelle Lebensgemeinschaften angegriffen. Homosexualität sei ein beunruhigendes moralisches und gesellschaftliches Phänomen, heißt es in dem Papier. Homosexuelles Handeln verstoße gegen die natürliche Moral.Es gebe keinen Grund zu der Annahme, so der Vatikan, dass homosexuelle Lebensgemeinschaften den Ehevorstellungen Gottes in irgendeiner Weise ähnlich oder gar gleichgesetzt seien. «Die Ehe ist heilig, während homosexuelle Handlungen sich gegen das Moralgesetz der Natur richten.»
Das Papier ist von dem Präfekt der Glaubenskongregation, dem deutsche Kardinal Joseph Ratzinger, mit Zustimmung des Papstes ausgearbeitet worden. Abweichendes Verhalten dürfe nicht zu einem gesellschaftlich legitimierten Modell werden, heißt es weiter. Es sei etwas vollkommen anderes, das Böse zu tolerieren oder es gesetzesmäßig gutzuheißen.In dem zwölfseitigen Dokument stellt sich der Vatikan auch dagegen, dass gleichgeschlechtliche Paare Kinder adoptieren dürfen. Kindern würde damit Gewalt angetan und sie würden in ihrer Entwicklung behindert, weil sie weder Mutter noch Vater hätten.
Der Papst forderte katholische Priester und Politiker auf, öffentlich gegen die Ehe für Homosexuelle zu protestieren. (nz)