netzeitung.deItalien wirft Schulz neue Provokation vor

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Außenminister Franco Frattini (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Außenminister Franco Frattini
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Das italienische Außenministerium hat dagegen protestiert, dass der EU-Abgeordnete Schulz die Regierung als «rassistisch» bezeichnet hat.

Italien sieht sich erneut durch den deutschen Europaabgeordneten Martin Schulz brüskiert. Dessen Äußerung, die italienische Regierung sei «rassistisch», sei eine «Provokation», sagte Außenminister Franco Frattini am Dienstagabend in Rom.

Im italienischen Kabinett säßen keine «Rassisten», so Frattini. «Niemand kann so etwas behaupten, es sei denn, um zu provozieren».

Schulz hatte zuvor im deutschen Fernsehsender XXP gesagt, «dass in Italien schlicht und einfach eine rassistische Regierung im Amt ist.» Der SPD-Politiker bezog sich damit auf den italienischen Reformminister Umberto Bossi von der Lega Nord. Dieser müsse entlassen werden, da er bekanntlich «mit Kanonen auf die Paddelboote der afrikanischen Flüchtlinge schießen lassen» wollte, so Schulz.

Schulz' Kritik an der Regierung in Rom hatte Ministerpräsident Silvio Berlusconi dazu gebracht, dem Abgeordneten eine Filmrolle als KZ-Aufseher nahe zu legen. Im Europaparlament kam es zu einem Eklat. Attacken des inzwischen zurückgetretenen italienischen Tourismus-Staatssekretärs Stefano Stefani gegen deutsche Urlauber belasteten das Verhältnis zwischen beiden Ländern weiter. Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte daraufhin seinen Urlaub in Italien ab.

Nach Ansicht von Frattini gibt es nun aber «nicht das geringste» Problem bei der Wiederannäherung zwischen Deutschland und Italien. Seine Beziehungen zu Außenminister Joschka Fischer seien «exzellent», betonte Frattini. Er werde den Grünen-Politiker in der nächsten Woche in Rom treffen. (nz)