netzeitung.deItalien will christlichen Bezug in EU-Verfassung

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Außenminister Franco Frattini (Quelle: Agence France-Presse)

Lupe Außenminister Franco Frattini
Quelle: Agence France-Presse

Italien will während seines Ratsvorsitzes den Entwurf der EU-Verfassung ändern: Die Regierung fordert einen Passus zum Christentum.

In die künftige EU-Verfassung soll nach dem Willen Italiens ein Passus aufgenommen werden, der sich auf das gemeinsame christliche Erbe bezieht. Das kündigte Außenminister Franco Frattini am Dienstag zu Beginn der italienischen EU-Ratspräsidentschaft an.

Frattini nahm vor dem Parlament in Rom Stellung zu einer Debatte über die Ziele Italiens während der halbjährigen Ratspräsidentschaft. Grundlegende Änderungen an dem Verfassungsentwurf lehnte er ab. Dieser sei kein Minimalkonsens, sondern bringe die Meinungen derjenigen zum Einklang, die ein stärkeres Europa wollten, betonte er.

Am vergangenen Wochenende hatte sich bereits Papst Johannes Paul II. für einen klaren Bezug auf das Christentum in der europäischen Verfassung ausgesprochen. Der Entwurf müsse auf das «religiöse und vor allem christliche Erbe Europas» hinweisen, forderte er in der «Ecclesia in Europa», die die aktuelle Situation der Kirche behandelt.

Bei den Beratungen über den Verfassungsentwurf war heftig über einen Bezug auf das Christentum gestritten worden. Schließlich wurde eine Kompromissformel gefunden, die nur auf die «kulturellen, religiösen und humanistischen Überlieferungen Europas» verweist. Der Entwurf wurde am 20. Juni auf dem EU-Gipfel im griechischen Port Karras verabschiedet. (nz)