26.06.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Airborne Laser
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In Simulatoren testet die amerikanische Air Force eine neue Waffe für ihre F-16-Flotte: Mit Hilfe von Lasern sollen in Zukunft Flugzeuge und Panzer abgeschossen werden.
Seit Jahren testet die amerikanische Luftwaffe einen Laser zum Abschießen von Raketen. Bisher war die enorm große Anlage in einer Boeing 747 installiert, doch ein neues Modell soll bald in F-16-Kampfflugzeugen einsatzbereit sein und dann nicht mehr nur auf Raketen zielen.
Die neue Waffe soll in Kürze in einem F-16-Simulator getestet werden, wie die Zeitung «Albuquerque Tribune» berichtet, bis 2012 soll sie dann einsatzbereit sein.
LichtgeschwindigkeitDer tödliche Vorteil des Laser ist seine Geschwindigkeit. Kein Projektil und keine Rakete kann so schnell den Gegner treffen wie ein Lichtstrahl. «Der Laser ist außerdem eine viel kostengünstigere Waffe, das Abschießen einer Rakete kostet Hunderttausende Dollar. Einen Laser abzuschießen aber nur ein paar Hundert», zitiert die Zeitung Jono Tyson, einen Mitarbeiter der Firma Scientific Research Group, die am dem Simulator-Projekt arbeitet.
Der F-16-Laser basiert auf dem Modell, das bereits in Boeings installiert ist und als «Airborne Laser» (ABL) zum geplanten Raketen-Abwehr-Schild der USA gehört. Auch eine auf Jeeps montierte Variante wird für den gleichen Zweck gemeinsam mit Israel entwickelt. Im Gegensatz zum ABL soll das neue Modell aber nicht anfliegende Raketen abschießen, sondern Flugzeuge im Luftkampf.
Doch sollen Piloten in Simulatorflügen erst einmal testen, ob ein Laser als Waffe im Luftkampf taugt. Im Herbst sollen dazu zwei solcher Simulatoren in der Fighter Weapons Training Branch in Arizona gebaut werden. «Wir wollen sehen, ob die Piloten sie mögen und wie oft sie den Laser statt konventionellen Waffen einsetzen», so Rudy Martinez, der Leiter der Simulatoranlage, gegenüber der Zeitung.
Zurzeit sei der Laser nur eine Möglichkeit, genauso gut könnten sich auch neu entwickelte Raketen durchsetzen.
Künstliches AbschussgeräuschNeben dem enormen Gewicht der Laser gibt es ein entscheidendes Problem, sein Zielsystem. Denn es reicht nicht, wenn der Laser kurz das Ziel streift, er muss mindestens ein bis zwei Sekunden voll treffen, um seine zerstörerische Energie freizusetzen. Bisher besitzt das System auch eine relativ geringe Reichweite. Raketen können Ziele in mehr als 60 Kilometer Entfernung treffen, Laser schaffen zurzeit nur ungefähr 15 Kilometer.
Die Entwickler glauben, dass sie die Laserwaffe in den kommenden Jahren leistungsfähiger und vor allem kleiner machen können. Bisher wiegt sie zweieinhalb Tonnen.
Und dann gibt es da noch ein eher psychologisches Problem mit der Waffe, sie macht keinen Krach. «Das Problem ist, dass die Piloten nicht wissen, ob die Waffe gefeuert hat, wenn sie kein Geräusch macht», sagte Suzanne Baker, die als Software-Ingenieur an dem System arbeitet. Für den Simulator habe man daher künstliche Geräusche installiert, möglicherweise seien die sogar aus dem Soundtrack von «Star Trek» oder ähnlichen Streifen übernommen, so genau wisse sie das aber nicht, so Baker. (nz)