netzeitung.dePapst lehnt ökumenisches Abendmahl ab

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Papst Johannes Paul II. (Quelle: Agence France-Presse)

Lupe Papst Johannes Paul II.
Quelle: Agence France-Presse

In einer Enzyklika hat der Papst das gemeinsame Abendmahl von Katholiken und Protestanten verurteilt: Andernfalls werde der Ritus auf ein «brüderliches Mahl» reduziert.

Sechs Wochen vor dem ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin hat Papst Johannes Paul II. in einer Denkschrift ein gemeinsames Abendmahl von Katholiken und Protestanten klar verurteilt. In seiner Enzyklika «Ecclesia de Eucharistia» beklagt er zugleich «Missbräuche» in der Praxis der Eucharistiefeiern.

Wer bestehende Unterschiede im Glauben nicht beachte, reduziere das Abendmahl auf ein «brüderliches Mahl», formuliert das Oberhaupt der katholischen Kirche. Daher weist Johannes Paul II. in seiner Enzyklika gemeinsame Abendmahlfeiern mit anderen Christen, wie sie am Rande des Ökumenischen Kirchentags in Berlin geplant sind, zurück.
Katholische Bischöfe begrüßen Enzyklika
Diese so genannte Interkommunion sei ein «Hindernis» für die Ökumene, «da sie Zweideutiges über die eine oder andere Glaubenswahrheit einführt», so der Papst wörtlich. Er fordert in dem Text außerdem «Gehorsam» und erinnert die Katholiken an das Verbot, der Einladung zum Abendmahl evangelischer Christen zu folgen.

Diese Enzyklika haben die deutschen katholischen Bischöfe begrüßt. Sie seien dankbar für dieses «Wort theologischer Klärung» zur Eucharistie, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, in Bonn.

EKD: Verständigung derzeit nicht möglich
Zum Thema ökumenisches Abendmahl sagte Lehmann, auch wenn der Papst die Zeit dafür noch nicht für reif halte, nehme er nichts zurück vom ökumenischen Engagement der katholischen Kirche, sondern verstärke es.

Dagegen hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) die Enzyklika von Papst Johannes Paul II. mit Zurückhaltung aufgenommen. Nach der Veröffentlichung des Textes erscheine eine Verständigung über eine gemeinsame Abendmahlsfeier von Katholiken und Protestanten gegenwärtig nicht möglich, erklärte EKD-Sprecher Christof Vetter in Hannover. (nz)