netzeitung.deFeuer-Katastrophe bei Heavy-Metal-Konzert

 Herausgeber: netzeitung.de

Fassungslosigkeit über das Ausmaß des Brandes. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Fassungslosigkeit über das Ausmaß des Brandes.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bei einem Heavy-Metal-Konzert hat Pyrotechnik die Bühne eines Nachtclubs im US-Bundesstaat Rhode Island in Brand gesetzt. Dabei kamen 96 Menschen ums Leben.

Die Zahl der Toten bei dem Brand im Nachtclub ist auf 96 gestiegen. «Wir gehen davon aus, dass wir nun alle Leichen geborgen haben», sagte der Gouverneur des US-Bundesstaats Rhode Island, Donald Carcieri.

Insgesamt seien bei dem Brand rund 200 Menschen verletzt worden, Viele von ihnen schweben laut Carcieri wegen Brandverletzungen oder Rauchvergiftung in Lebensgefahr.

Zur Unglückszeit 300 Besucher im Club
Insgesamt hätten sich 300 Menschen in dem Club «Station» aufgehalten, als am Sonntagabend das Inferno einsetzte. Das Feuer war während eines Konzerts der Metal-Band «Great White» ausgebrochen. Die Band hatte bei ihrem Auftritt Pyrotechnik gezündet, die sprühenden Funken setzten die Dekoration der kleinen Bühne in Brand.

CNN zeigte ein Amateurvideo des Auftritts. Obwohl die Bühne schon in hellen Flammen stand, nahmen die meisten Zuschauer das Feuer nicht ernst und blieben stehen. Einige hätten es sogar für einen Teil der Show gehalten, berichteten Augenzeugen.

«Niemand hatte eine Chance»
Alles sei sehr schnell gegangen, so der Sänger der Band, Jack Russel. Die ganze Bühne sei plötzlich schwarz gewesen und irgendjemand habe ihn dann weggezogen. Innerhalb von drei Minuten habe das gesamte Gebäude in Brand gestanden, sagte die Feuerwehr. «Das Gebäude brannte rasend schnell ab - niemand hatte eine Chance», sagte der Gouverneur von Rhode Island, Don Carcieri.

Russel sagte, die Verwendung von Pyrotechnik sei vom Management des Lokals nach Ansicht genehmigt worden; andernfalls hätte er die tödlichen Spezialeffekte niemals eingesetzt. Mittlerweile haben die Besitzer des Clubs eingestanden, dass sie keine Erlaubnis für die pyrotechnischen Effekte besaßen. Ihre Anwälte teilten aber mit, die Band habe weder eine Genehmigung beantragt noch erteilt bekommen.

Keine Sprinkleranlage
Das eingeschossige Holzgebäude brannte völlig aus. Es hatte keine Sprinkleranlage, da sie wegen der geringen Größe nicht vorgeschrieben war. Er habe vergebens versucht, Flammen mit einer Wasserflasche zu löschen, sagte der Sänger.

Unter den Gästen des Konzerts war auch ein Reporter, der nach dem Unglück im Epitome-Club in Chicago etwas über Sicherheitsstandards in Nachtclubs berichten wollte.

Todesfalle
Mehrere Leichen seien in der Nähe des Haupteinganges gefunden worden, sagte der Feuerwehr-Chef Charlie Hall laut CNN. «Die menschliche Natur ist wie sie ist, sie versuchten auf dem gleichen Weg herauszukommen, auf dem sie reinkamen.» Und dabei seien sie in die Falle gelaufen. Statt die drei weiteren Notausgänge zu nutzen hätten die Fliehenden den Hautpausgang hoffnungslos verstopft. Einige Menschen seien dabei totgetreten worden.

Unter den Vermissten ist auch der Gitarrist der Band, Ty Longley. Er könne gar nicht ausdrücken, wie leid ihm diese Tragödie tue, sagte der Sänger. Es handelte sich um den schlimmsten Brand in einem amerikanischen Nachtclub seit 1990, als bei einem Feuer in einem Lokal in der Bronx von New York 87 Besucher starben. (nz)