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Lupe Fotos von Arbeitslager in Nordkorea veröffentlicht

Ein Magazin in Hongkong hat erstmals Bilder von einem Arbeitscamp in Nordkorea gedruckt. Laut einem Augenzeugen gibt es dort meterhohen Stacheldraht, Minenfelder und Fußangeln.

Ein Wochenmagazin in Hongkong hat erstmals Fotos eines Arbeitslagers im kommunistischen Nordkorea veröffentlicht.

Die Authentizität der Satellitenbilder habe ein aus Nordkorea geflohener Aufseher des Lagers bestätigt, schreibt die «Far Eastern Economic Review». Die Satellitenfotos hatte das amerikanische Unternehmen DigitalGlobe im April und Mai aufgenommen.

Nach Schätzungen des Augenzeugen Ahn Myong Chol werden in dem Camp 22 bei Haengjong nahe der Grenze zu China etwa 50.000 Menschen festgehalten. Die meisten seien politische Gefangene. Es handelt sich um eines der größten nordkoreanischen Zwangslager.

Tod durch Erschöpfung oder Folter
Kein Ausländer habe die Camps jemals gesehen, sagte ein anderer früherer Wärter, der nun in Südkorea lebt. «Sie sind Nordkoreas größtes Geheimnis».

Laut Ahn ist das Camp 22 von einem drei Meter hohen Stacheldrahtzaun umgeben, dort gebe es auch Minenfelder und Fußangeln. Der Mann gab an, dort bis 1994 Aufseher gewesen zu sein.

Die Gefangenen müssen demnach in der Landwirtschaft oder in Bergwerken arbeiten. Viele sterben an Krankheiten, Entkräftung, Unterernährung oder Folter.

Dem Magazin zufolge geraten viele Nordkoreaner in Gefangenschaft, weil sie angeblich Staatschef Kim Jong Il verunglimpft haben.

Aus diesem Grund wurde auch Ahns Vater 1994 inhaftiert. Sein Sohn flüchtete daraufhin nach China.

Der südkoreanische Geheimdienst ging 1999 davon aus, dass in zehn Lagern etwa 210.000 Menschen interniert waren. Fünf dieser Gefängnisse seien inzwischen geräumt worden, weil ihre Lage bekannt geworden sei. (nz)