Verheerender Föhnsturm im Alpenraum
16.11.2002
Herausgeber: netzeitung.de
In der Gegend um Garmisch-Partenkirchen wurden Straßen und Bahnstrecken durch umgestürzte Bäume blockiert. In der Ortschaft Krün wurden Häuser abgedeckt; Ziegelsteine wirbelten durch die Luft. Die Polizei forderte die Bevölkerung des Ortes auf, ihre Häuser und Wohnungen vorerst nicht zu verlassen. Landrat Harald Kühn erwartet Schäden in Millionenhöhe.
Der Zugverkehr zwischen München und Innsbruck kam zwischen der Murnau und dem österreichischen Grenzort Scharnitz zum Erliegen, wie eine Bahnsprecherin mitteilte. Grund waren umgestürzte Bäume, die die Gleise blockierten.
Ein Vertreter des österreichischen Automobilclubs ÖAMTC teilte mit, dass umgestürzte Bäume den Verkehr auf vielen Straßen behinderten. Die Böen erreichten Geschwindigkeiten von durchschnittlich 100 bis 120 Stundenkilometern, bei Innsbruck in Tirol wurden sogar 174 Kilometer pro Stunde gemessen. In Tirol kam es zu Überschwemmungen und Murenabgängen.
In Kärnten verursachten die seit Tagen anhaltenden Stürme nach einer provisorischen Bilanz einen Sachschaden von 600.000 Euro. Am Freitag war in dem Bundesland roter Dunst zu beobachten gewesen, was durch Sand aus der Sahara verursacht wurde. Das komme zwar häufiger, doch die Menge des mitgeführten Sandes sei «außergewöhnlich» gewesen, hieß es in den Medien. Außergewöhnlich waren auch die Temperaturen: Am Freitag zeigte das Thermometer im Süden Österreichs 23,1 Grad Celsius an. (nz)

