netzeitung.deUnicef: 70.000 Kindersoldaten in Asien

 Herausgeber: netzeitung.de

Fast ein Viertel aller Kindersoldaten kämpfen in Asien. Schon Siebenjährige werden zu Grausamkeiten gezwungen.

Unicef hat an Regierungen und Rebellengruppen in Asien appelliert, nicht länger Kinder als Soldaten zu rekrutieren. Stattdessen müsse diesen Kindern bei der Rückkehr in ein normales Leben geholfen werden. Laut einer Studie des UN-Kinderhilfswerks sind in Asien 70.000 Kinder an bewaffneten Kämpfen beteiligt, 50.000 davon in Birma.

«Jahr für Jahr werden in Südostasien Tausende Kinder zum Militärdienst eingezogen. Oft werden sie gewaltsam dazu gezwungen», sagte Unicef-Direktorin Carol Bellamy in Bangkok. In Birma würden schon siebenjährige Jungen und Mädchen in militärische Verbände gezwungen, in denen sie als Kämpfer, Kuriere, Träger oder Spione arbeiten müssten.

Brutale Trainingsmethoden seien an der Tagesordnung. Das Leben der Kindersoldaten sei bestimmt von Todesangst, Folter und sexuellem Missbrauch. Sie müssten Grausamkeiten wie Mord oder Vergewaltigung begehen. Einige werden gezwungen, die Ermordung der eigenen Familie mit anzusehen.

Auch in Indonesien und auf den Philippinen werden laut einer Unicef-Studie Tausende von Kindern als Soldaten missbraucht. «Die meisten von ihnen bleiben über Jahre traumatisiert und leiden unter Alpträumen», so Bellamy. «Viele sehen keinen anderen Ausweg als den Selbstmord.»

Die Rekrutierung von Kindersoldaten verletzt internationales Recht, das das Mindestalter für Waffendienste auf 15 Jahre festsetzt. Unicef-Direktorin Bellamy forderte die Staaten auf, das Zusatzprotokoll der UN-Kinderechtskonvention zu unterschreiben. In ihm wird verboten, Kinder unter 18 Jahren als Soldaten einzusetzen. Weltweit gibt es nach Unicef-Schätzungen 300.000 Kindersoldaten. (nz)