netzeitung.deHamas bekennt sich zu Tod von jüdischen Siedlern

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Am Donnerstag Abend tötete ein Hamas-Aktivist vier jüdische Siedler. Die Gewalt im Nahen Osten esklaiert weiter - ungeachtet neuer Vermittlungsbemühungen durch die Amerikaner. Thema: Nahost-Konflikt Explosion in jüdischer Siedlung im Westjordanland Israel ignoriert US-Kritik Scharon zu Gespräch über Friedensplan bereit

Ein palästinensischer Angreifer hat am Donnerstagabend in einer jüdischen Siedlung im Gazastreifen vier Israelis getötet, bevor er von Soldaten erschossen wurde. Das teilten Militärsprecher und Rettungsdienste mit. 20 Israelis seien verletzt worden, fünf davon schwebten in Lebensgefahr. Der militärische Flügel der radikalen Hamas-Organisation übernahm die Verantwortung für den Anschlag in Atzmona bei Chan Junis. Der Angreifer sei der 19-jährige Mohammed Farhat gewesen.

US-Präsident George W. Bush schickt seinen Sondergesandten Anthony Zinni zurück in den Nahen Osten. Das teilte er am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz mit. Die Entscheidung sei nach Beratungen mit seinem nationalen Sicherheitsstab getroffen worden, sagte Bush. Zinni solle Anfang nächster Woche reisen.

Er werde in der Krisenregion mit beiden Konfliktparteien zusammenkommen und solle versuchen, beide Parteien zur Annahme des Plans von CIA-Chef George Tenet zu bewegen. Nach einem Ende der Gewalt könne dann der Mitchell-Plan durchgeführt werden, sagte Bush. Zuvor hatten die Amerikaner stets betont, Zinni werde erst in die Region zurückgeschickt, wenn die Gewalt abgenommen habe.

Zwölf Palästinenser getötet
In einem palästinensischen Flüchtlingslager bei Tulkarem sind am Donnerstagabend vier Palästinenser erschossen worden. Dies teilte das örtliche Krankenhaus mit. Damit sind am Donnerstag insgesamt zwölf Palästinenser bei Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee gestorben. Die israelische Armee war in der vergangenen Nacht mit 50 Panzern in die Stadt im Norden des Westjordanlandes eingedrungen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen kam auch ein Mitarbeiter der UNO ums Leben. Er sei von israelischen Schüssen getötet worden, als er bei der Evakuierung von Verletzten aus Tulkarem geholfen habe, sagte eine UN-Sprecherin in New York.

Bei Nablus wurde nach Angaben von jüdischen Siedlern am Donnerstagabend ein Israeli bei einem Schusswechsel schwer verletzt. Am späten Abend sei ein Palästinenser in eine jüdische Siedlung im Gazastreifen eingedrungen und habe das Feuer eröffnet, berichteten israelische Medien. Unklar war zunächst, ob es sich auch um mehrere Täter handeln könne und wie viele Menschen verletzt wurden.

Die israelische Armee, die bereits den ganzen Tag über Angriffe auf mehrere palästinensische Orte geflogen hatte, beschoss am Abend das Flüchtlingslager Dschabalija im Gazastreifen. Die Angriffe galten in erster Linie Gebäuden palästinensischer Sicherheitskräfte.

Zinni könnte zurückkehren
Der israelische Verteidigungsminister Ben Elieser erklärte am Donnerstag, es sei nicht das Ziel der israelischen Regierung, die Autonomiebehörde zu zerstören oder Arafat zu schaden. Israel wolle lediglich gegen den Terrorismus vorgehen und einen Waffenstillstand erreichen.

Die USA erklärten unterdessen, der amerikanische US-Sonderbeauftragte Anthony Zinni solle in die Region zurückkehren, sobald die Gewalt «auf ein niedrigeres Niveau gesunken sei». Dies teilte Regierungssprecher Ari Fleischer am Donnerstag in Washington mit. (nz)