netzeitung.deIsrael ignoriert US-Kritik

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Stoppt das Gemetzel, appellieren UN und USA. Doch Israel hat seine Angriffe erneut verstärkt. Während Arafat einen EU-Gesandten empfing, verfehlten Geschosse knapp den Amtssitz. Thema: Nahost-Konflikt Scharon zu Gespräch über Friedensplan bereit Schweinehaut gegen Selbstmord-Attentäter Belgisches Gericht vertagt Klage gegen Scharon Sieben Tote bei israelischen Militärschlägen

Trotz deutlicher Kritik von US-Außenminister Colin Powell und eines UN-Appells hat Israel seine Angriffe auf palästinensische Einrichtungen weiter verstärkt.

In der Nacht zum Donnerstag beschossen Schnellboote einen Kontrollposten bei Gaza. Unterstützt von Kampfhubschraubern rückten rund 50 Panzer in die autonome Stadt Tulkarem im Westjordanland ein. Kampfflugzeuge beschossen erneut das palästinensische Hauptquartier in Bethlehem. Während Palästinenserchef Jassir Arafat mit dem EU-Gesandten Miguel Moratinos konferierte, feuerte ein Kampfhubschrauber Raketen auf den Amtssitz in Ramallah. Sie verfehlten ihr Ziel.

Nach palästinensischen Angaben starben bei den Angriffen in der Nacht zum Donnerstag insgesamt drei Palästinenser, zehn Zivilisten und dreizehn Polizisten seien verletzt worden.

Annan «entsetzt» über «Gemetzel»
Am Morgen erschossen israelische Soldaten zudem ein mutmaßliches Mitglied der Fundamentalisten-Organisation «Islamischer Dschihad» in Sirris im Westjordanland.

US-Außenminister Colin Powell hatte Ministerpräsident Ariel Scharon am Mittwoch aufgefordert, seinen Kurs zu überdenken. Powell warnte: «Den Palästinensern den Krieg erklären und zu denken, man könne das Problem lösen, indem man prüft, wie viele Palästinenser man töten kann, führt meiner Meinung nach zu nichts.» Auch UN-Generalsekretär Annan hatte sich «entsetzt» gezeigt, über die anhaltende Gewalt und das «Gemetzel» gezeigt. Die Lage sei «vollkommen außer Kontrolle» geraten. (nz)