29.01.2010
Herausgeber: netzeitung.de
Kampfjets könnten Angriffe fliegen
Foto: Boeing
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Bereits seit längerem spähen die USA Ziele für Luftangriffe im Jemen aus. Nach dem verhinderten Flugzeuganschlag ist die Zusammenarbeit mit jemenitischen Behörden verstärkt worden. Die Militärs wollen vorbereitet sein, falls Obama einen Angriff befehlen sollte.
Jemen ist nach dem vereitelten Anschlagsversuch auf ein US-Flugzeug in Detroit ins Visier der USA geraten. Stellungen des Terrornetzwerks Al Qaeda stünden als Ziel für Miltärschläge zur Debatte, meldeten amerikanische Medien am Mittwoch. US- Militärs seien bereits dabei, Angriffsorte für Luftschläge auszukundschaften, berichtete der TV-Sender CNN unter Berufung auf Regierungsbeamte.
Der nigerianische Attentäter soll Unterstützung von Al Qaeda aus dem Jemen erhalten haben. CNN sprach von möglichen «Vergeltungsschlägen». Die Ausspähung der Ziele geschehe bereits seit längerer Zeit, sei jetzt aber in Zusammenarbeit mit jemenitischen Behörden verstärkt worden, hieß es unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte Regierungsbeamte. Einzelheiten über die möglichen Luftangriffe wurden nicht genannt. Es hieß, die Militärs wollten vorbereitet sein und Optionen vorlegen können, falls Obama den Befehl für einen Angriff erteilen sollte.
Die regionale Al-Qaeda-Organisation im Jemen hat sich zu dem Attentat bekannt und mit weiteren Terrorakten gedroht. «Ihr werdet bekommen, was ihr fürchtet», hieß es in einer Internet-Botschaft, die amerikanische Anti-Terror-Ermittler für glaubwürdig halten. Auch das Weiße Haus geht inzwischen immer mehr von einer «gewissen Verbindung» zu Al Qaeda aus, berichtete die «Washington Post». Man sei «zunehmend sicher», dass die Terrororganisation den 23-jährigen Nigerianer mit dem Sprengstoff ausgerüstet habe.
Den USA zuvorgekommenSicherheitskräfte im Jemen sind den USA am Mittwoch auf gewisse Weise zuvorgekommen, indem sie in der westlichen Provinz Hudajdah ein Gebäude stürmten, in dem sie Al-Qaeda-Mitglieder vermuteten. Dabei sei es zu Gefechten gekommen, hieß es in einer Mitteilung der Regierung in Sanaa. Mindestens ein Verdächtiger wurde den Angaben zufolge gefangen genommen.
Der stellvertretende Innenminister Brigadegeneral Saleh al Sawari kündigte weitere Angriffe der Sicherheitskräfte gegen Al Qaeda im Jemen an. Die Provinz Hudajdah gilt als Hochburg militanter Gruppen. (dpa/APD/nz)