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Holocaust-Leugner Irving verliert auch Berufung

20. Jul 2001 13:05
«Antisemit» und «Rassist» genannt zu werden, empfand David Irving als Verleumdung. Der britische High Court sah das anders.

LONDON. Der Geschichtsautor David Irving (63) hat am Freitag in London ein von ihm angestrengtes Verleumdungsverfahren auch in der Berufung verloren und steht nun vor dem Ruin.

Sechs Millionen Mark Prozesskosten

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Drei Lordrichter lehnten es ab, das Verfahren neu aufzurollen, an dessen Ende Irving im vergangenen Jahr als «aktiver Holocaust-Leugner, Antisemit und Rassist» bezeichnet worden war. Er muss nun die Kosten der Verteidigung in Höhe von umgerechnet über sechs Millionen Mark tragen.

Irving hatte dies mit einer Klage gegen die US-Historikerin Deborah Lipstadt selbst herbeigeführt. Lipstadt hatte ihn in ihrem 1994 erschienenen Buch «Denying the Holocaust» (Die Leugnung des Holocaust) als «Hitler-Bewunderer» und «einen der gefährlichsten Sprecher für die Leugnung des Holocaust» bezeichnet.

Irvings Ruf zerstört

Irving warf ihr vor, mit dieser vernichtenden Beurteilung seinen Ruf zerstört zu haben, so dass nun kein großer Verlag mehr seine Bücher herausgeben wolle.

In seiner Urteilsbegründung bezeichnete das oberste britische Zivilgericht Irvings Wissen über den Zweiten Weltkrieg als «beispiellos». Genauso unstrittig sei aber auch, dass er die
Verbrechen der Nazis systematisch verharmlose und dafür auch vor der Fälschung von Fakten nicht zurückschrecke.

Gesinnungsgenossen finanzierten Prozess

Seine Berufung gegen das Urteil des High Court hatte Irving mit Spenden von Gesinnungsgenossen finanziert. Sein Anwalt sagte im vergangenen Monat, Irving habe niemals gesagt, dass der Mord an den Juden «in irgendeiner Weise zu entschuldigen» sei.

Er bestreite auch nicht, dass Millionen Juden in den Konzentrationslagern ermordet worden seien. Am Freitag war der umstrittene Autor selbst nicht im Gericht anwesend: Er warb für sein neuestes Buch über den britischen Kriegspremier Winston Churchill.

Persona non grata in Deutschland

Irving hatte wiederholt behauptet, dass die Tötungsmaschinerie des Dritten Reichs für Millionen Morde nicht ausgereicht habe. Wegen seiner Positionen ist er in Deutschland Persona non grata. Zuhörer findet er trotzdem: Irving hat Verbindungen zu Rechtsextremisten in aller Welt, bei denen er ein gern gesehener, «wissenschaftlicher» Redner ist. (dpa/epd/nz)

 
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