Ende des kroatisch-slowenischen Dauer-Zwists: 

netzeitung.deSchiedsgericht soll Grenzstreit in Adria lösen

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In der Bucht von Piran patrouilliert ein Boot der slowenischen Polizei (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe In der Bucht von Piran patrouilliert ein Boot der slowenischen Polizei
Foto: AP
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Einer Annäherung folgt offenbar eine zügige Lösung: Der jahrelange Disput zwischen Kroatien und Slowenien um den Grenzverlauf in einer Adria-Bucht könnte bald beendet sein - eine Hürde weniger für Kroatien, 28. EU-Land zu werden.

Kroatien und Slowenien wollen ihren langen Grenzstreit in der nördlichen Adria durch ein internationales Schiedsgericht lösen. Die EU-Kommission werde «in Kürze» ein entsprechendes Abkommen vorlegen, auf das sich beide Seiten geeinigt hätten, sagte der slowenische Regierungschef Borut Pahor am Donnerstag nach einer Regierungssitzung in Ljubljana.

Das Schiedsgericht solle noch möglichst vor dem geplanten EU-Beitritt Kroatiens endgültig über die seit 18 Jahren strittige Grenze in der Bucht von Piran entscheiden oder eine gemeinsame Verwaltung der Bucht anregen. Wegen des Zwist liegen die Beitrittsverhandlungen mit Kroatien seit Monaten auf Eis: Slowenien hatte die weitere Annäherung Kroatiens an die EU blockiert.

«Ich würde dafür nicht meine Hand ins Feuer legen, wenn ich mir nicht sicher wäre, dass dieses Abkommen nicht gut ist», sagte Pahor weiter ohne Einzelheiten zu nennen. Die Übereinkunft mit Kroatien sei «in stiller Diplomatie» ausgehandelt worden. Ob dieses Abkommen bereits am Freitag zur Wiederaufnahme der kroatischen Beitrittsverhandlungen unterzeichnet werden soll, sagte er nicht.

Ko-Verwaltung möglich
Pahor war vor drei Wochen mit seiner kroatischen Amtskollegin Jadranka Kosor übereingekommen, dass Ljubljana als EU-Mitglied die vor zehn Monaten begonnene Blockade der kroatischen EU-Beitrittsverhandlungen aufgibt. Im Gegenzug habe man sich auf einen Weg zur Lösung des Grenzstreites verpflichtet, hatte es damals ohne Details geheißen. Für dieses Vorgehen hatte Pahor Kritik von der Mitte-Rechts-Opposition im slowenischen Parlament geerntet.

Nach einem kroatischen Zeitungsbericht von Donnerstag lässt die Regierung des Landes die Polizei bei örtlichen Fischern in der Piran-Bucht nachfragen, ob sie mit einer eventuellen gemeinsamen Verwaltung der Bucht durch beide Staaten einverstanden seien. Dieses so genannte Kondominium könnte zwischen 20 und 50 Jahren dauern, hatte es vor drei Wochen in inoffiziellen Berichten aus beiden Ländern geheißen. Zagreb hatte eine gemeinsame Verwaltung jedoch strikt in Abrede gestellt. (dpa)