29.09.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Oberst Moussa Camara übernahm nach einem unblutigen Putsch Ende 2008 die Macht in Guinea.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Militärregierung in Guinea hatte die Demonstration verbieten lassen. Dennoch gingen Tausende in der Hauptstadt Conakry auf die Straße. Die Polizei feuerte mit scharfer Munition direkt in die Menge.
Bei der blutigen Niederschlagung einer Demonstration Oppositioneller im westafrikanischen Guinea sind in der Nacht zu Dienstag mindestens 87 Menschen ums Leben gekommen. Hunderte wurden verletzt. Seine Notfallstation sehe aus wie ein «Schlachthaus», sagte ein Krankenhausarzt in der Hauptstadt Conakry dem britischen Rundfunksender BBC.
Die Sicherheitskräfte waren mit scharfer Munition, Tränengas und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vorgegangen, die im Fussballstadion der Hauptstadt Conakry friedlich gegen die Militärjunta unter dem Anführer Moussa Dadis Camara protestierten. Offizielle Angaben über die Zahl der Toten und Verletzten gab es nicht, alle Informationen beruhten auf Angaben aus den Krankenhäusern Conakrys.
Sie haben versucht, uns zu töten«Sie haben direkt auf die Menschen geschossen. Sie haben versucht, uns zu töten», sagte der ehemalige Ministerpräsident Sidya Toure, der selbst durch Schüsse verletzt wurde, der BBC. Mindestens zwei Oppositionsführer, unter ihnen Cellou Diallo, der Leiter der Union der Demokratischen Kräfte von Guinea, wurden verhaftet. Sidya
An der Demonstration, die von der Regierung verboten worden war, nahmen mehr als 50.000 Menschen teil. Sie richtete sich gegen den Chef des Militärregimes Moussa Camara. Die Spannungen in dem westafrikanischen Land hatten sich zuletzt zugespitzt, nachdem Camara angedeutet hatte, er könnte bei der Präsidentschaftswahl am 31. Januar kandidieren. Er hatte sich im Dezember wenige Stunden nach dem Tod des langjährigen Diktators Lansana Conte an die Macht geputscht. Damals sagte er, er würde bei einer Präsidentschaftswahl nicht kandidieren. (dpa/AP)