Attentat auf Mitglied der Königsfamilie:
Saudi-Prinz überlebt Anschlag mit Handybombe
28.08.2009
Herausgeber: netzeitung.de
König Abdullah eilte sofort ins Krankenhaus
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ein führender Antiterror-Kämpfer hat das Selbstmordattentat eines bekannten Extremisten überstanden. Der saudische König Abdullah konnte beim Besuch in der Klinik eine frohe Botschaft empfangen.
Ein Selbstmordattentäter hat in Saudi-Arabien ein Mitglied des Königshauses verletzt, das eine führende Rolle im Antiterrorkampf innehat. Das meldete die amtliche Nachrichtenagentur SPA am Freitag. Der Anschlag auf den Staatssekretär im Innenministerium, Prinz Mohammed Najef, habe am Donnerstag Abend bei einem Empfang anlässlich des Fastenmonats Ramadan in Dschidda stattgefunden.
Der Attentäter sprengte sich im Büro des für die Terrorbekämpfung in Saudi-Arabien zuständigen Prinzen in die Luft. Najef sei bei dem Attentat nur leicht verletzt worden. Der gesuchte Terrorist sei unter dem Vorwand, sich den Behörden stellen zu wollen, am späten Donnerstagabend bei einem Empfang des Prinzen erschienen und habe den in einem Mobiltelefon versteckten Sprengstoff gezündet, heißt es in der Erklärung.
Täter war ein gesuchter ExtremistNach dem Attentat habe sich König Abdullah sofort ins Krankenhaus begeben, um nach den verletzten Prinzen zu sehen, meldete SPA. Niemand sonst sei ernsthaft verletzt worden. Der Täter sei ein gesuchter Extremist gewesen, hieß es weiter. Der Mann habe gesagt, er wolle sich stellen, zitierte SPA den Königshof.
Es ist das erste bekannt gewordene Attentat auf ein Mitglied der Königsfamilie seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA. Danach intensivierte Saudi-Arabien den Kampf gegen den Terrorismus und das Netzwerk Osama bin Ladens. 15 der 19 Attentäter des 11. Septembers stammten aus dem Königreich wie Bin Laden auch.
Mehrere Terroristen stellten sichDie saudische Regierung versucht seit mehreren Jahren, durch ein Wiedereingliederungsprogramm Mitglieder von Terrororganisationen zur Aufgabe zu bewegen. Dabei haben sich nach Angaben des saudischen Innenministeriums schon mehrere Terroristen gestellt. Hunderte Terrorverdächtige seien wieder in die Gesellschaft eingegliedert worden. Zwischen 2003 und 2006 hatten Al Qaeda nahestehende Terroristen eine Serie von Anschlägen in Saudi-Arabien verübt. (AP/dpa)