ETA unter Verdacht: 

netzeitung.deTote nach Bombenanschlag auf Mallorca

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Polizisten sperren weiträumig ab (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Polizisten sperren weiträumig ab
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Einen Tag nach dem Anschlag im nordspanischen Burgos ist erneut vor einer spanischen Polizeikaserne eine Bombe explodiert. Die Behörden vermutetn die baskische Untergrundorganisation ETA hinter dem Anschlag.

Bei einer Explosion vor einer Polizeikaserne auf der spanischen Insel Mallorca sind am Donnerstag mindestens zwei Beamte getötet worden. Das bestätigte ein Sprecher der Guardia Civil. Mehrere Menschen wurden verletzt, wie die Regionalverwaltung der Balearen mitteilte. Gesundheitsministerin Trinidad Jiménez sagte, alle Anzeichen ließen auf einen Anschlag der baskischen Separatistenorganisation ETA schließen.

Der Anschlag auf Mallorca war gegen die Besatzung eines Streifenwagens gerichtet. Wie der Präfekt auf den Balearen, Ramon Socías, mitteilte, hatten die Terroristen an dem Polizeifahrzeug eine Haftbombe angebracht und mit einer Fernzündung zur Explosion gebracht. Die beiden Beamten an Bord des Fahrzeugs waren auf der Stelle tot. Der Präfekt bestritt Medienberichte, wonach bei der Explosion mehrere Passanten verletzt wurden.

Die ETA hatte in der Vergangenheit mehrere Anschläge auf Mallorca verübt, dabei aber bislang keinen Menschen getötet. Im Jahr 1995 war die Organisation auf der Insel mit dem Vorhaben gescheitert, den spanischen König Juan Carlos mit einem Präzisionsgewehr zu erschießen.

Keine Warnung in Burgos
Der Anschlag auf die Polizisten ereignete sich nur etwa acht Kilometer vom Marivent-Palast entfernt, in dem die königliche Familie traditionell ihre Sommerferien verbringt. Juan Carlos und Königin Sofía wurden für den kommenden Samstag auf Mallorca erwartet.

Bereits am Mittwoch waren bei einem Anschlag mit einer Autobombe auf eine Polizeikaserne in der nordspanischen Stadt Burgos 65 Menschen verletzt worden. Auch hier wird die ETA als Drahtzieher vermutet. Polizei und Notfalldienste hatten allerdings vorher keine Warnung erhalten, wie das bei ETA-Anschlägen häufig der Fall sei, sagte Miguel Alejo vom Regionalministerium. Dennoch deuteten laut Innenministerium die Tatumstände auf eine Urheberschaft der ETA hin.

Schwäche im Jubiläumsjahr
Die Guardia Civil (Zivilgarde) ist ein bevorzugtes Ziel der baskischen Seperatisten. Bei Anschlägen auf deren Kasernen sind in den vergangenen 30 Jahren 33 Menschen getötet und fast 300 verletzt worden. Die spanische Zivilgarde ist eine paramilitärisch ausgerichtete Polizeieinheit, die im Inland sowohl militärische als auch zivile Aufgaben wahrnimmt.

Die ETA war am 31. Juli 1959 von nationalistischen Studenten in Bilbao gegründet worden, und kämpft für einen unabhängigen Baskenstaat. Seit dem ersten Mordanschlag 1968 wurden durch die Organisation insgesamt fast 850 Menschen getötet. Das bislang letzte Todesopfer war vor sechs Wochen ein Polizist, der nahe Bilbao durch eine Bombe getötet wurde. Dennoch gilt die Organisation im 50. Jahr ihres Bestehens als so geschwächt wie lange nicht mehr. Erst im April war der mutmaßliche ETA-Militärchef Jurdan Martitegi in Südfrankreich festgenommen worden. (dpa/AP/nz)