19.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
"Zero Tolerance": Hamid Karsai
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der afghanische Präsidemt duldet keine Kritik im Internet, schon gar nicht vor den Wahlen. Webseiten, auf denen Hamid Karsai unter anderem als «leistungsschwacher» Politiker bezeichnet wurde, sind nicht mehr zu erreichen.
Rund einen Monat vor der Präsidentenwahl in Afghanistan hat die Regierung vier Websites schließen lassen, die den Namen von Amtsinhaber Hamid Karsai verwenden.
Auf einigen wurde Karsai kritisiert, auf anderen waren Anzeigen für gesellschaftlich verpönte Themen wie Bekanntschaften über das Internet zu sehen. Wie das Innenministerium am Samstag mitteilte, ging der Entscheidung eine Beschwerde von Karsais Wahlkampfteam gegen zwei der Websites voraus. Ein Sprecher bestätigte dies zunächst, wies eine Beteiligung aber wenig später zurück.
Karsai tritt bei der Wahl am 20. August gegen 40 Gegenkandidaten an. Seine Herausforderer beklagen, dass ihnen in den staatlichen Medien kaum Aufmerksamkeit geschenkt wird, so dass sie unter anderem zum Wahlkampf über das Internet gezwungen werden. Der Anordnung des Innenministeriums zufolge müssen die 25 Internetprovider des Landes den Zugang zu den vier Websites sperren, die Karsais Namen ohne dessen Billigung verwenden.
Die Marionetten-FrageIm Ausland sind die Webseiten weiter zugänglich. Auf einer ist die Frage zu lesen «Ist Hamid Karsai mehr als nur eine Marionette?», auf einer anderen wird der Staatschef als «leistungsschwacher» Politiker kritisiert, der nur dank Verbindungen zum US-Geheimdienst CIA an die Macht gekommen sei. (AP)