Sicherheitskräfte setzen Tränengas ein: 

netzeitung.deIm Iran wagt sich Opposition aus der Deckung

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Ahmadinedschads Gegner lassen sich nicht unterkriegen. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ahmadinedschads Gegner lassen sich nicht unterkriegen.
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Die Einschüchterungsversuche der iranischen Regierung wirkten einige Tage, doch inzwischen gehen die Anhänger Mussawis wieder auf die Straße. Die Polizei ging massiv gegen die Demonstranten vor.

Erstmals seit über einer Woche haben im Iran wieder Anhänger der Opposition gegen das Ergebnis der umstrittenen Präsidentenwahl vom 12. Juni protestiert. Mehrere hundert Demonstranten zogen am Donnerstag durch die iranische Hauptstadt Teheran und skandierten «Tod dem Diktator». Zunächst versammelten sich mehrere Hundert Studenten in der Nähe der Universität, um an den Studentenaufstand gegen das Mullah-Regime in Teheran von 1999 und dessen Niederschlagung zu erinnern. Die Unruhen jährten sich an diesem Donnerstag.

Die mit massiven aufmarschierten Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Einige Oppositionelle wurden festgenommen. Sicherheitskräfte schossen in die Luft, berichteten Augenzeugen. Die Polizei ging sogar gegen kleinere Gruppen vor, sagte ein Augenzeuge. Die Demonstranten formierten sich dennoch erneut.

Bereits zuvor hatten die Behörden in Teheran verkündet, jeder Versammlung oder Demonstration werde entschieden begegnet. Das Innenministerium habe zu keinerlei Veranstaltung dieser Art seine Zustimmung erteilt.

Verzicht auf die Farbe grün
Die Opposition hatte für Donnerstag zu einer neuen Form des Protestes aufgerufen, die weder die Sicherheitskräfte noch die Anhänger von Präsident Mahmud Ahmadinedschad provozieren sollte. Dazu gehörten neben dezentralen Versammlungsorten auch der Verzicht auf das Skandieren von Slogans sowie neutrale Kleidung, statt der bisher als Zeichen der Opposition verwendeten grünen Zeichen.

Gegen die umstrittene Wiederwahl von Staatschef Mahmud Ahmadinedschad waren in den vergangenen Wochen Hunderttausende in Teheran und anderen Städten des Landes auf die Straßen gegangen. Bei Zusammenstößen von Oppositionellen mit Sicherheitskräften und Milizen starben mindestens 20 Demonstranten und acht Milizionäre. Die Opposition wirft der Regierung in Teheran Wahlbetrug vor. Die beiden unterlegenene Präsidentschaftskandidaten Mir Hussein Mussawi und Mahdi Karrubi fordern Neuwahlen. Allerdings bestätigte das geistliche Oberhaupt und somit der mächtigste Mann der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Chamenei, das amtliche Wahlergebnis.

Die Organisation «Reporter ohne Grenzen» verurteilte unterdessen die Festnahme des Menschenrechtsanwaltes Mohammed Ali Dadchah am Mittwoch. Der Anwalt vertritt Journalisten und Blogger vor Gericht und ist ein Mitstreiter der Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi. Bereits am Montag und Dienstag waren zwei reformorientierte Journalisten festgenommen worden. «Die iranischen Behörden haben erklärt, dass die meisten Personen, die während der Oppositionsdemonstrationen verhaftet wurden, inzwischen frei sind. Wir müssen jedoch feststellen, dass die Festnahmen fortgesetzt werden», heißt es in einer Stellungnahme. (dpa/AP/nz)