04.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Taliban greifen US-Basis in Afghanistan an
Zwei Tage nach Beginn der amerikanischen Großoffensive am Hindukusch haben Taliban-Kämpfer mit Bomben und Granaten einen US-Stützpunkt gestürmt. Das Schicksal des entführten US-Soldaten ist noch immer ungewiss.
Zwei Tage nach Beginn der US-Offensive in Südafghanistan haben die Taliban einen amerikanischen Stützpunkt im Südosten des Landes massiv angegriffen. Die Internationale Schutztruppe Isaf teilte mit, bei den Gefechten am Außenposten in der Provinz Paktika seien am Samstag zwei ihrer Soldaten und zehn Aufständische getötet worden. Ein weiterer Angreifer sei gefangen genommen worden. Der Sprecher der Provinzregierung, Hamidullah Zhwak, sagte, Taliban-Kämpfer hätten einen Tanklastwagen vor der Basis zur Explosion gebracht und den Stützpunkt dann angegriffen.
Nach Angaben der Isaf hätten die Taliban bei dem Angriff Mörser, Raketen, Schusswaffen und eine in einem Fahrzeug untergebrachte Sprengladung eingesetzt. Isaf-Soldaten und Angehörige der afghanischen Armee hätten das Feuer erwidert und die Aufständischen aus der Luft angegriffen. Zivilisten seien nicht zu Schaden gekommen. Nach Aussage eines Taliban-Sprechers kamen bei den vierstündigen Kämpfen mehrere US-Soldaten und sieben Aufständische ums Leben.
Helikopter in FlammenEbenfalls in Paktika musste ein von US-Truppen gepachteter Hubschrauber notlanden. Das US-Militär teilte mit, Ursache seien mechanische Probleme gewesen. Die Besatzung sei von einem zweiten Hubschrauber geborgen worden. Die Taliban berichteten dagegen, sie hätten den Helikopter abgeschossen. In der Mitteilung der US-Truppen hieß es, kurz nach der Bergung sei eine Gruppe Unbekannter dabei beobachtet worden, wie sie Gegenstände aus dem notgelandeten Hubschrauber entfernt habe und dann davongerannt sei. Kurz darauf sei der Helikopter in Flammen aufgegangen. Weder der Hubschrauber noch die Ladung könnten daher geborgen werden.
In Paktika hatten Aufständische am vergangenen Dienstag einen US-Soldaten entführt, dessen Schicksal ungewiss ist. Die Taliban haben bislang keine Forderungen gestellt. In der Provinz ist es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Angriffen der Taliban gekommen. In der südafghanischen Provinz Helmand hatten amerikanische und afghanische Truppen am Donnerstag eine Großoffensive gegen die Taliban begonnen. Die Offensive wird von einer Operation britischer ISAF-Soldaten flankiert. Die ISAF teilte am Samstag mit, im Süden Afghanistans sei am Vortag ein Soldat getötet worden. Angaben zur Nationalität machte die ISAF wie üblich nicht. (dpa)