EU zieht alle Botschafter ab: 

netzeitung.deHonduras warnt Argentiniens Präsidentin

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Interimspräsident Micheletti erklärt, warum Zelaya gestürzt werden musste. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Interimspräsident Micheletti erklärt, warum Zelaya gestürzt werden musste.
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Die Putsch-Regierung in Honduras hat einen Schuldigen für die politische Krise des Landes ausgemacht. Zudem warnte Interimspräsident Micheletti davor, Zelaya bei dessen Rückkehr zu begleiten.

Die Europäische Union hat wegen des Staatsstreichs in Honduras alle Botschafter aus dem mittelamerikanischen Land abgezogen. Das erklärte der schwedische Außenminister Carl Bildt am Donnerstag. «Alle EU-Botschafter haben das Land inzwischen verlassen», schrieb Bildt in seinem Blog. Die EU fordere eine rasche Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung in Honduras. Schweden hat seit Anfang Juli die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Deutschlands Botschafter in Honduras ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes am Dienstag in den Ruhestand verabschiedet worden. Die Neubesetzung des Postens hänge von der weiteren Entwicklung im Land ab. Die USA setzten ihre militärische Zusammenarbeit mit Honduras aus, die Weltbank legte Kredite auf Eis.

Der Putsch wurde weltweit verurteilt, die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hatte der neuen Regierung unter Interimspräsident Roberto Micheletti ein Ultimatum zur Wiedereinsetzung des gestürzten linksgerichteten Präsidenten Manuel Zelaya gesetzt. Micheletti lässt sich davon nicht beeindrucken. Stattdessen machte er Venezuela für die Krise in seinem Land verantwortlich. Der Sturz Zelayas sei notwendig geworden, weil dieser ganz unter dem Einfluss des venezolanischen Staatschefs Hugo Chávez gestanden habe, sagte Micheletti am Mittwochabend vor seinen Anhängern in Tegucigalpa.

Zugleich verschärfte das Parlament das Ausgehverbot, dass seit dem Putsch vom vergangenen Sonntag in Kraft ist. Außerdem warnte die neue Regierung die Staatschefs von Argentinien und Ecuador, Cristina Kirchner und Rafael Correa, davor gewarnt, den gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya bei dessen Rückkehr nach Honduras zu begleiten. «Ich mache Christina Kirchner und Correa für das verantwortlich, was dann im Lande geschehen könnte», sagte der honduranische Interims-Präsident Roberto Micheletti der argentinischen Zeitung «La Nación».

Zelaya hatte zuvor angekündigt, an diesem Donnerstag in seine Land zurückzukehren. Micheletti bekräftigte in dem Interview erneut, Zelaya bei dessen Rückkehr festnehmen zu lassen. Ihm werden Verfassungs- und Gesetzesverstöße vorgeworfen. Kirchner und Correa wollen den am vergangenen Sonntag gestürzten Zelaya an diesem Wochenende bei dessen Rückkehr nach Tegucigalpa begleiten.