Großoffensive am Hindukusch: 

netzeitung.deUS-Soldat in Afghanistan gekidnappt

 Herausgeber: netzeitung.de

Großoffensive am Hindukusch 

Lupe US-Soldat in Afghanistan gekidnappt

Die Nachricht wurde zunächt über Facebook verbreitet, erst danach bestätigte das US-Militär die Entführung eines US-Soldaten am Hindukusch. Noch gibt es keine Einzelheiten, doch die Taliban sollen einen Gefangenenaustausch erwägen.

Im Osten Afghanistans nahe der pakistanischen Grenze ist ein US-Soldat vermutlich von Aufständischen entführt worden. Damit bestätigte US-Militärsprecherin Elizabeth Mathias am Donnerstag in Kabul eine Nachricht der amerikanischen Streitkräfte, die über das soziale Netzwerk Facebook verbreitet wurde. Der Soldat werde seit Dienstag vermisst, sagte Mathias. Weitere Einzelheiten wie den Ort der Entführung nannte die Armee nicht, um die Sicherheit des Soldaten nicht zu gefährden. Es würden alle Mittel eingesetzt, um den Soldaten zu finden und ihn sicher wieder zurückzubringen, fügte die Militärsprecherin hinzu.

Auf Facebook hieß es, man gehe davon aus, dass «militante Kräfte» einen vermissten Soldaten in ihre Gewalt gebracht hätten. Der Soldat war nicht an der Großoffensive in der südlichen Provinz Helmand beteiligt, die das US-Militär in der Nacht zu Donnerstag begann.
Tausende Soldaten in den Hindukusch
Wie der US-Sender CBS berichtete, sagte ein örtlicher Taliban- Kommandeur in einem Telefongespräch via Satellit einem Korrespondeten, dass neben dem amerikanischen Soldaten auch drei afghanische Soldaten gefangen genommen wurden. Das Schicksal der Geiseln liege in den Händen der Taliban-Führer, allerdings könne sich die islamistische Organisation einen Gefangenenaustausch vorstellen, zitierte CBS den Taliban-Kommandeur.

Dagegen konnte ein Sprecher der Taliban die Entführung auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP nicht bestätigen. Im Osten Afghanistans, nahe der pakistanischen Grenze, sind zahlreiche militante Gruppen aktiv, die meist nicht in engerer Verbindung mit den Taliban agieren.

Unterdessen beginnt US-Präsident Barack Obama seine neue Strategie im Kampf gegen Taliban und Al Qaeda umzusetzen. Rund eineinhalb Monate vor der Präsidentschaftswahl in dem Land am Hindukusch seien an der Operation «Khanjar» (Krummdolch) in der südafghanischen Provinz Helmand knapp 4000 US-Marineinfanteristen und 650 afghanische Sicherheitskräfte beteiligt, meldeten die US- Streitkräfte. Die Taliban haben weite Teile Helmands unter ihrer Kontrolle. Die Truppen machten zunächst keine Angaben zu Opfern. (nz/dpa/AP)