02.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Aller Proteste zum Trotz: Nordkorea provoziert weiter.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Verschärfte Sanktionen, harsche internationale Kritik: Doch all das lässt das kommunistische Regime kalt. Südkorea fürchtet gar, dass der Nachbar den Abschuss von Raketen mit weit größerer Reichweite vorbereitet.
Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben erneut zwei Testraketen abgefeuert. Damit hat sich die ohnehin angespannte Situation aufgrund des nordkoreanischen Atomwaffen- und Raketenprogramms weiter verschärft. Anscheinend habe es sich bei dem neuerlichen Test um Raketen von kurzer Reichweite gehandelt, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul. Die Raketen seien in der Nähe der Stadt Wonsan an der Südostküste des Landes abgeschossen worden. Details waren zunächst nicht bekannt.
Zuvor hatte die südkoreanische Zeitung «JoongAng Ilbo» berichtet, dass das Militär des kommunistischen Nachbarlandes möglicherweise kurz vor einer neuen Serie von Raketentests steht. Es gebe Anzeichen dafür, dass Nordkorea sowohl Boden-Schiffsraketen als auch ballistische Kurzstreckenraketen vom Typ Scud-B mit einer Reichweite von 340 Kilometern oder sogar Rodong-Raketen mit noch höherer Reichweite zum Abschuss vorbereite, hieß es unter Berufung auf Geheimdienstkreise.
Nach seinem zweiten Atomtest am 25. Mai hatte das Regime in Pjönjang zuletzt eine Reihe von Raketen mit kurzer Reichweite abgefeuert. Der Atomversuch und die Raketenabschüsse wurden international als Provokation gesehen. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Atomtest und verschärfte die Sanktionen gegen das Land. Unterdessen soll der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il seinen jüngsten Sohn, Jong Un, zum Nachfolger bestimmt haben.
Sperrung des SchiffsverkehrsNach südkoreanischen Angaben hatte Nordkorea im vergangenen Monat auch wegen einer Militärübung Teile der Ostküste für den Schiffsverkehr gesperrt. Das Verbot soll bis zum 10. Juli wirksam sein. Japan sei von der nordkoreanischen Regierung darüber informiert worden. Beobachter werteten die Vorwarnung als Zeichen für mögliche Vorbereitungen auf neue Raketentests.
Unterdessen haben Süd- und Nordkorea am Donnerstag ihre Gespräche über die Zukunft ihres letzten noch verbliebenen großen Wirtschaftsprojekts fortgesetzt. Im Mittelpunkt der Diskussionen zwischen Vertretern beider Länder standen erneut die Forderungen Nordkoreas nach mehreren hundert Millionen Dollar für den Weiterbetrieb des gemeinsam Industrieparks in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong.
Die Zukunft des von Südkorea finanzierten Gewerbekomplexes hängt angesichts zunehmender politischer Spannungen in der Schwebe. Eine Verhandlungsrunde vor knapp zwei Wochen blieb ohne Fortschritte. Im Mai hatte Nordkorea einseitig alle Verträge über den Komplex für nichtig erklärt hatte. (dpa/nz)