Kommandostelle des Pentagon entsteht: 

netzeitung.de«Cyber Command» macht sich an die Arbeit

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Einzelne 'Cybercom'-Einheiten gibt es schon länger: Navy Cyber Defense Operations Command (Archivbild) (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Einzelne 'Cybercom'-Einheiten gibt es schon länger: Navy Cyber Defense Operations Command (Archivbild)
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Sie wird für sieben Millionen Computer in 15.000 militärischen Netzen zuständig sein und könnte von einem Geheimdienstler befehligt werden: Schon bald soll die US-Kommandostelle für Kriegführung in digitalen Netzen aktiv werden.

Das US-Verteidigungsministerium hat die Einrichtung einer eigenen Kommandostelle für die Kriegführung in digitalen Netzen beschlossen. Verteidigungsminister Robert Gates unterzeichnete am Dienstag ein dreiseitiges Memo, wonach das «Cyber Command» - abgekürzt «Cybercom» - im September, spätestens aber im Oktober seine Arbeit aufnehmen soll.

«Unsere wachsende Abhängigkeit vom Cyberspace und ein immer größeres Spektrum von digitalen Bedrohungen und Verwundbarkeiten fügt unserer nationalen Sicherheit ein neues Risikoelement hinzu», heißt es in einem Memo, das der Nachrichtenagentur AP vorliegt. Die neue Kommandostelle «muss in der Lage sein, Kriegsführungseffekte über die globale Sicherheitsumgebung hinweg zu synchronisieren sowie zivile Behörden und internationale Partner zu unterstützen».

Das neue Kommando soll nach Angaben aus dem Pentagon in Fort Meade in Maryland angesiedelt werden, wenige Kilometer nördlich von Washington. Als Leiter empfahl Gates den gegenwärtigen Direktor des Geheimdienstes National Security Agency (NSA), Generalleutnant Keith Alexander. In seiner neuen Funktion soll er zum Viersterne-General befördert werden.

Keine «Militarisierung des Cyberspace»
Die NSA beschäftigt sich vor allem mit der Auswertung von Kommunikationsdaten. Zu ihren Schwerpunkten gehören Verschlüsselung und Entschlüssung von Informationen. Der Personalumfang der neuen Kommandostelle soll auf einige hundert Mitarbeiter begrenzt bleiben.

Es gehe nicht um «die Militarisierung des Cyberspace», sagte der stellvertretende Verteidigungsminister William Lynn kürzlich auf einem Expertentreffen. Zentrale Aufgabe des Kommandos sei der Schutz der sieben Millionen Computer bei den Streitkräften, die in 15.000 verschiedenen Netzen zusammengefasst sind. Bei der Kriegführung sind die Kommandeure in zunehmendem Maße auf diese Netze angewiesen. (Lolita Baldor, AP/nz)