12.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Wachsam, aber nicht panisch soll auf die Mexiko-Grippe reagiert werden
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Bislang hat sich das Mexiko-Virus vor allem in entwickelten Staaten ausgebreitet. Doch bald wird die neue Krankheit auch wirtschaftlich schwache Regionen treffen, und das «wird Konsequenzen haben», mahnte Ban.
Nach der Einstufung der Mexikanischen Grippe als Pandemie und Ausrufung der höchsten Alarmstufe 6 durch die Weltgesundheitsorganisation WHO haben Wissenschaftler und Politiker vor Panik und Überreaktionen gewarnt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mahnte aber, «auf der Hut» zu sein.
«Wir wissen nicht, welches Bild sich in den kommenden Monaten entwickelt», sagte Ban am Donnerstag in New York. Bislang sei das Virus vor allem in entwickelten Ländern aufgetreten. «Das dürfte sich bald ändern - und wird Konsequenzen haben», sagte Ban weiter.
In den armen Ländern seien die Gesundheitssysteme schlechter entwickelt und die Menschen würden sich später in medizinische Behandlung begeben. Zudem seien dort auch andere Infektionskrankheiten stärker verbreitet. «Außerdem müssen wir auch daran denken, dass die Grippesaison in der südlichen Hemisphäre jetzt erst beginnt», sagte der UN-Generalsekretär. Zugleich warnte er vor Überreaktionen.
Schmidt: Deutschland «gut vorbereitet»Die Krankheit dürfe aber trotz ihres hierzulande meist moderaten Verlaufs nicht unterschätzt werden, sagte der Präsident des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI), Jörg Hacker, am Donnerstagabend im ZDF-«heute journal».
Bei erhöhten Fallzahlen werde es auch in Deutschland schwere Verläufe der Grippe geben. In den USA, wo mehrere mit dem neuen H1N1-Grippevirus infizierte Menschen gestorben sind, habe man gesehen, «dass es so sein kann», ergänzte er.
Für Deutschland werde sich jedoch vorerst «nichts ändern», betonte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) in Berlin. Deutschland sei «gut vorbereitet». «Ich bin nicht in Panik, aber schon in Sorge und rechne auch damit, dass wir in den nächsten Wochen auch mehr Fälle haben werden», sagte Schmidt.
Erste Pandemie seit mehr als 40 JahrenFür das Robert-Koch-Institut kam die WHO-Entscheidung nicht überraschend. RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher betonte, hierzulande gebe es bereits die von der WHO in Alarmphase 6 geforderten Strukturen und Expertengespräche. Auch Bund und Länder stimmten sich bereits regelmäßig ab.
«Im Moment haben wir eine Situation, in der wir eine überschaubare Zahl von Erkrankungen haben», sagte die RKI-Sprecherin. Wahrscheinlich werde sich daher in Deutschland auch trotz des Ausbruchs der Mexikanischen Grippe in einer japanischen Schule in Düsseldorf vorerst nichts Wesentliches ändern.
Laut WHO ist die Neue Krankheit die erste Grippe-Pandemie seit über 40 Jahren - 1968 sollen an der Hongkong-Grippe weltweit mehr als eine Million Menschen gestorben sein. Das neue Virus breite sich mittlerweile auf mindestens zwei Kontinenten beständig aus, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in Genf. Außer in Nordamerika gibt es auch in Australien fortwährend Ansteckungen von Mensch zu Mensch. Weltweit hat die WHO bislang fast 30.000 Infektionen in 74 Ländern registriert. 144 Patienten sind gestorben. (dpa/nz)