02.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Übung mit Gasmaske: Bergung von Verletzten
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Israels komplette Bevölkerung hat sich in Schutzräume geflüchtet. Eine «Routineübung» ohne konkreten Anlass sei es gewesen. Es gibt aber auch Spekualtionen über einen israelischen Luftschlag gegen iranische Atomanlagen.
Millionen Israelis haben am Dienstag im Rahmen der bislang größten Zivilschutzübung in der Geschichte des Landes Zuflucht in Bunkern und Luftschutzräumen gesucht.
Als Höhepunkt einer fünftägigen Zivilschutzübung haben die Menschen in Israel am Dienstag eine schnelle Flucht in Schutzräume im Fall von Raketenangriffen geprobt. Am Vormittag heulten bei der Übung mit dem Codenamen «Wendepunkt 3» im ganzen Land knapp zwei Minuten lang die Alarmsirenen.
Mehr als sieben Millionen Israelis waren aufgerufen, schnellstmöglich geschützte Räume aufzusuchen. Auch Schüler und Kindergartenkinder wurden von ihren Erziehern in Bunker gebracht. Bis Donnerstag soll an verschiedenen Orten auch die Bergung Verschütteter geprobt werden.
Regierung ist mit der Bevölkerung zufriedenFernsehen und Rundfunk bereiten die Bürger seit Tagen auf das richtige Verhalten während des Schutztrainings vor. Der Rundfunk meldete anschließend, der militärische Zivilschutz sei zufrieden mit dem Verhalten der Bevölkerung.
Die israelische Regierung hat mehrfach betont, es handele sich um eine «Routineübung» ohne konkreten Anlass. Das landesweite Notfalltraining nährte jedoch Spekulationen über mögliche Vorbereitungen auf einen israelischen Luftschlag gegen iranische Atomanlagen. Der Iran hatte in diesem Fall mit einer harten Reaktion gegen Israel gedroht. Die Regierung weist einen Zusammenhang jedoch zurück und erklärt, die Zivilschutzübung gehe auf den Krieg gegen die Hisbollah 2006 zurück.
Unzureichender Zivilschutz nach Hisbollah-AngriffenDie militanten Islamisten feuerten damals rund 4000 Raketen auf Nordisrael, und das Funktionieren des Zivilschutzes stellte sich als teils unzureichend heraus. Die Übung schien am Dienstag bis auf einzelne Zwischenfälle erfolgreich zu verlaufen. In einem Stadtviertel Tel Avivs konnte der Luftalarm nicht gehört werden. In Rehowot, südlich der Küstenmetropole, konnte ein Luftschutzbunker nicht aufgeschlossen werden.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu suchte bei Ertönen der Sirenen mit seinen Mitarbeitern ebenfalls in einem sicheren Raum Schutz. Als Teil der Übung berief er auch eine Dringlichkeitssitzung des Kabinetts ein, wie sein Büro mitteilte. (AP/dpa/nz)