Der Weg zum Buddha
30. Mrz 2001 17:59
 | Das Falun | Foto: www.falungong.de |
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Fünf Übungen verheißen das Glück. Wer lebt, wie es Li Hongzhi vorschreibt, wird die «Buddha-Natur» erlangen und erlöst werden.
Von Kai Biermann
Thema: Sekte oder Religion? |
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Eigentlich ist es nur Gymnastik. Fünf Übungen kennt Falun Gong, jede besteht aus zehn bis 15 Bewegungen mit so schönen Namen wie «Das Falun vor dem Kopf halten» oder «Jingang schiebt den Berg».Wie viele asiatische Techniken versucht Falun Gong - oder Falun Dafa, wie es die Anhänger lieber nennen -, mit Hilfe von Bewegung, Atmung und Meditation Körper und Geist in Einklang zu bringen.
Uralter Glauben
Die Methode basiert auf der taoistischen Disziplin des Qi Gong. Qi [Chi] ist ein zentraler Begriff des Taoismus, der sich nur vage mit dem Wort Lebensenergie übertragen lässt. Es ist laut dem «Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen» der «kosmische Geist, der alles durchdringt und belebt». Qi Gong ist die Arbeit mit dem Qi.Mit Hilfe körperlicher oder geistiger Übungen soll das Qi im Gleichgewicht zwischen Yin und Yang gehalten werden. Vor 4500 Jahren diente dazu ein ritueller Tanz, heute gibt es hunderte Schulen.
Dämonen besiegen
Doch im Gegensatz zu den übrigen Qi Gong-Techniken hat Falun Gong-Erfinder Li Hongzhi einen großen theoretischen Überbau geschaffen: Er entwickelte einen «ganzheitlichen Kultivierungsweg» zur Vollendung der körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Ziel sei es: «die Dämon-Natur zu beseitigen», und die «Buddha-Natur zu kräftigen». Zentrum der Lehre sind die drei Gebote, die «höchsten Eigenschaften des Universums»: Wahrhaftigkeit (Zhen), Barmherzigkeit (Shan) und Nachsicht (Ren). Durch ein Leben nach diesen Geboten und das Ausführen der fünf Übungen soll der Schüler die «Buddha-Natur» erreichen.
Zur Vollendung schreibt Li Hongzhi: «Wenn man noch einen Schritt weiter geht, existiert gar nichts mehr. Der Körper des Praktizierenden wird rein, weiß und durchsichtig.«
Göttliches Gebot
Zwar soll der Name Falun Gong andeuten, dass er sich in der Tradition der Lehre bewegt, doch Li selbst nennt seinen Weg eine «höhere Art des Qi Gong». Daher auch der zweite Name, Falun Dafa, den die Bewegung inzwischen vorzieht. Das Dafa oder Fa ist im Buddhismus das «Große Gebot» oder das «Buddha-Gebot». Allein der «Meister» kann dieses Gebot lehren, sagt Li. «Kein anderer Mensch ist in der Lage, das Fa zu erklären», schreibt Li in seinem Buch «Falun Gong – Der Weg zur Vollendung».
1992 ging er damit an die Öffentlichkeit und gründete die «Falun Dafa Research Society» in Peking. 1996 schloss ihn der chinesische Qi Gong-Dachverband aus.
Ein Gebotsrad im Körper
Mittelpunkt der Kultivierung sei das Falun: «Das Falun ist ein sich drehendes intelligentes Wesen von hoher energetischer Substanz. Das von mir im Unterbauchbereich des Praktizierenden eingesetzte Falun dreht sich täglich ununterbrochen 24 Stunden lang, um ihm automatisch zu helfen«, schreibt Li. Man bekomme das Falun auch, wenn man eifrig die Übungen vollzieht oder die Bücher des «Meisters» liest.
Erlösung durch den «Meister»
Obwohl Falun Gong keine geschlossene Organisation sein will, stellt Li Hongzhi hohe Anforderungen an seine Schüler. Er gibt ihnen detaillierte «Forderungen» und «Kriterien» zu ihrem Leben und zum Umgang mit seinen Werken. Selbst der gedruckte Text in seinen Büchern darf nicht durch Unterstreichungen verunziert werden.Auch wenn Li behauptet, dass er keine Religion geschaffen hat, misst er sich selbst doch eine zentrale «Erlöserfunktion» in religiösem Sinne zu. Nur die «Kultivierung» nach seinen Vorstellungen kann zur Erleuchtung führen.
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