«Ich habe keine Zweifel»
Wie Julia Akbar klingen viele «Praktizierende». So nennen sich Falun Gong-Anhänger selbst. «Falun Gong hat mein Leben verändert», ist der häufigste Satz, der auf Veranstaltungen der Sekte zu hören ist. Durch die Übungen würde alles besser: Gesundheit, Zufriedenheit, Leistungsfähigkeit, Konzentration.
Julia Akbar lernte Falun Gong durch eine asiatische Freundin kennen: «Es hat mich überzeugt, dass ich die Übungen für mich machen kann und dass ich kein Geld dafür zahlen muss.»
«Das Ziel ist, dass sich jeder selbst hilft. Ich kann nicht jeden Tag zum Arzt gehen, wenn ich ein Problemchen habe. Ich finde, der bessere Weg ist, dass man sich selbst hilft», sagt die Chinesin Lei Zhou. Sie ist eines der wenigen «echten» Mitglieder, gehört zum «Deutschen Falun Dafa Verein».
Der Verein scheint so etwas wie das Rückrat der Organisation zu sein. Er hat wenige Mitglieder und wird von dem Ingenieur Man-Yan Ng geleitet. Offensichtliche Strukturen gibt es nicht, nur private Adressen.
«Es gibt keine Aufnahmekriterien bei Falun Gong, ich muss keinen Vertrag unterschreiben, um einzutreten. Jeder kann es machen«, sagt Lei Zhou. «Es gibt auch kein Ausschlussverfahren für jemanden, der sich nicht nach Falun Gong verhält.»
Auch sie ist überzeugt von der Wirkung der Lehre, beschreibt ausführlich, wie viel konzentrierter und leistungsfähiger sie geworden ist. Das läge nicht nur an den Übungen, sondern vor allem an den drei Prinzipien von Falun Gong: «Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht. Die Anforderung ist, dass alle Praktizierenden sich im Alltag nach diesen Werten richten», sagt Lei Zhou.
Frau Zhang wurde verhaftet, weil sie auf einem öffentlichen Platz in Peking Falun Gong praktiziert hatte. Acht Monate saß sie im Gefängnis, wurde geschlagen, wurde mit Elektroschocks, Kälte und Schlafentzug gefoltert. Im Oktober 2000 kam sie frei und kehrte nach Sydney zurück.
Für Falun Gong reist sie jetzt durch die Welt und berichtet von den Folter-Methoden der chinesischen Regierung.
Auch Julia Akbar würde nach China gehen. «Ich hätte keine Angst», sagt sie.

