netzeitung.deLi Hongzhi – Der Führer

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Er lebt zurückgezogen in New York und gilt in China als Staatsfeind. Für seine Anhänger ist Li Hongzhi «der Meister».

Viel ist über ihn nicht bekannt. Dabei führt der Mann anscheinend eine der am schnellsten wachsenden Sekten dieser Welt. Seine Anhänger, die «Praktizierenden», bestreiten das. Für sie hat er einfach nur eine Lehre aufgeschrieben und sich dann zurückgezogen.

Laut dem «Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen» glaubt Li Hongzhi, er sei der im Buddhismus erwartete Buddha Maitreya.

Es gibt nur eine Wahrheit
Und er versteht sich als der einzige Meister, der lehren kann, wie Erleuchtung zu erlangen ist: «Es gibt keinen zweiten, der zur Zeit wie ich den echten Kultivierungsweg auf der hohen Ebene verbreiten würde. Später würdest du begreifen, was ich für dich gemacht habe.»

Sein Wort ist Wahrheit. Daran lässt Li Hongzhi in seinen Schriften keine Zweifel: «In der Tat kann nur der Meister diese Sache (Erhöhung der Kultivierung) machen, und du kannst gar nichts», steht in seinem Werk «Falun Gong - Der Weg zur Vollendung».

Abweichung bringt Gefahr
Sogar die ganze Bewegung könne der Einzelne in Gefahr bringen, wenn er vom wahren Weg abweiche: «Wenn du unüberlegt Dinge anderer, die andere Informationen tragen, annimmst und sie in unseren Kultivierungsweg mischst, zerstörst du dadurch die Dinge unserer Schule.»

Jede Änderung der von ihm erfundenen Übungen könne gefährlich sein, so der «Meister»: «Manche Leute wollen sogar das Fa oder die Übungsbewegungen ändern, um es als ihr Eigenes (...) zu erklären. (...) Auch die kleinste Veränderung gehört zu den größten Sünden. (...) Wisst ihr: In diesen Jahren sind manche Schüler plötzlich gestorben. Einige darunter sind deshalb gestorben, weil sie eben so etwas gemacht haben», schreibt er in «Falun Fofa - Essenzielles für weitere Fortschritte».

Kampf gegen Abtrünnige
Seine Schüler glauben es und machen Propaganda gegen jeden, der Li Hongzhi und Falun Gong nicht in ihrem Sinne darstellt. Aus einer Mitteilung der deutschen Falun Dafa-Gesellschaft: «Wir möchten sie darauf hinweisen, dass im Buchhandel ein Buch mit dem Titel »Das Lebensgeheimnis nach Falun Gong« erschienen ist. In diesem Buch wurden die Lehre und die Übungen des Falun Gong verändert. [...] Dadurch ist nicht auszuschließen, dass das Ausüben nach der Beschreibung in diesem Buch zu gesundheitlichen Schäden führen kann.»
Der nächste Buddha
Li Hongzhi ist der neue Buddha, der Beleg sei seine Geburt: Er behauptet, am 13. Mai 1951 in Gongzhuling in der chinesischen Provinz Jilin geboren worden zu sein. Am gleichen Tag, an dem auch der Buddha Shakyamuni geboren worden sein soll.

Seit seinem vierten Lebensjahr will Li von mehr als 20 buddhistischen Meistern unterrichtet worden sein, die er zuvor allerdings in einem früheren Leben selbst belehrt habe.

Die chinesischen Behörden geben an, Li Hongzhi sei am 7. Juli 1952 geboren. Von 1982 bis 1991 soll er als Beamter im Getreideamt von Changchun, der Provinzhauptstadt Jilins, gearbeitet haben.