Guru der Sikh-Religion ermordet: 

netzeitung.deBluttat in Wien löst in Indien heftige Proteste aus

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Sanitäter kümmern sich um einen Verletzten (Foto: dpa/ BERUFSRETTUNG WIEN MA 70 <br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Sanitäter kümmern sich um einen Verletzten
Foto: dpa/ BERUFSRETTUNG WIEN MA 70
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein indischer Geistlicher ist Opfer einer Attacke auf einen Sikh-Tempel geworden - in der österreichischen Hauptstadt. Rama Nand war dort nur zu Besuch. In seiner Heimat reagierten Anhänger heftig auf die Nachricht.

Bei einer heftigen Auseinandersetzung zwischen zwei rivalisierenden Gruppen der Sikh-Religionsgemeinschaft ist in einem Tempel Wien ein Guru ums Leben gekommen. In Indien, dem Heimatland der Bewegung, reagierten Menschen mit Protesten auf die Tat. Sie setzen Autos in Brand und blockierten Straßen. Die Polizei verhängte in der Stadt Jalandhar ein Ausgehverbot, Soldaten patrouillierten.

Jalandhar gilt als Hochburg der Dera Sach Khand, einer Sikh-Sekte, der zumeist Menschen aus der Kaste der sogenannten Unberührbaren angehören. Bei dem in Wien getöteten Rama Nand handelte es sich um einen Führer der Sekte. Die Angreifer sollen Sihks aus einer höheren Kaste gewesen sein.

Offiziell gibt es in der Sikh-Religion keine Kasten. Das komplexe System, das Menschen nach ihrer Herkunft, ihrer Volkszugehörigkeit und anderem mehr in hunderte Gruppen einteilt, ist aber immer noch allgegenwärtig.

Der 57-jährige Guru erlag in der Nacht zum Montag seinen Verletzungen. Bei dem Streit wurden zudem mindestens 15 weitere Menschen verletzt. Unter ihnen befand sich laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA ein weiterer Guru, dessen Zustand sich nach einer Notoperation stabilisierte.

Aus Indien angereist
Nach Angaben der österreichischen Polizei attackierten am Sonntag mindestens sechs Angreifer die Predigt des aus Indien angereisten Gurus. Einer der Besucher des Tempels, Mohnder Ram, berichtete, bei den Angreifern habe es sich um Sikhs aus einem Tempel in einem anderen Wiener Bezirk gehandelt. Bei der Predigt seien rund 400 Menschen in dem Gebäude gewesen, heißt es. Andere Augenzeugen sprechen von rund 150 Menschen.

Mitten in der Zeremonie seien Männer in den Tempel eingedrungen und hätten dolchähnliche Messer und eine Pistole gezogen. «Plötzlich haben sie eine Waffe genommen und gezielt auf die Prediger geschossen», berichtete eine Augenzeugin. (AP/dpa/nz)