21.05.2009
Herausgeber: netzeitung.de
David "Daoud" Williams wird abgeführt
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Im New Yorker Stadtteil Bronx wurde ein Angriff auf eine jüdisches Gotteshaus vereitelt. Das FBI nahm mehrere Verdächtige fest. Die Terroristen planten auch den Beschuss von Militärflugzeugen mit Boden-Luft-Raketen.
Die Polizei in den USA hat nach eigenen Angaben einen Terroranschlag auf eine Synagoge und auf Militärflugzeuge vereitelt. Nach etwa einjähriger Überwachung verhaftete das FBI am Mittwochabend in New York vier Männer. Sie wurden der Verschwörung zu einem Anschlag mit Massenvernichtungswaffen angeklagt.
Wie der New Yorker Kongressabgeordnete Peter King dem Fernsehsender CNN sagte, sollte der Anschlag am Mittwochabend stattfinden. Die Verdächtigen bezeichnete er als «hausgemachte Terroristen». Ob es sich um US-Staatsbürger handelt, war zunächst aber unklar.
Boden-Luft-Raketen und Plastiksprengstoff Die Beschuldigten hätten eine Synagoge und ein jüdisches Gemeindezentrum im New Yorker Stadtteil Bronx mit dem Plastiksprengstoff C-4 angreifen wollen, sagte Staatsanwalt Lev Dassin. Außerdem planten sie nach Angaben der Behörden den Kauf von Boden-Luft-Raketen des Typs Stinger, um Flugzeuge der Air National Guard abzuschießen, die auf dem Stützpunkt Stewart stationiert sind, etwa 110 Kilometer nördlich von New York.
Der Anschlag auf den Riverdale Temple und das Riverdale Jewish Center im Stadtteil Bronx sollte mit einem Auto verübt werden, das mit Plastiksprengstoff vollgepackt werden sollte. Um an den Sprengstoff und an die Raketen zu gelangen, nahmen die Terrorverdächtigen Kontakt mit einem Informanten der Ermittlungsbehörden auf. Das FBI und andere Behörden überwachten die Männer und stellten ihnen unschädlich gemachten Plastiksprengstoff und eíne nicht funktionsfähige Rakete bereit.
Waffenattrappen übergeben«Glücklicherweise haben die Verdächtigen Unterstützung bei einem Zeugen gesucht, der mit der Regierung zusammenarbeitet», sagte Dassin. «Während es sich bei den vom Zeugen überreichten Waffen nur um Attrappen handelte, glaubten die Verdächtigen, dass sie absolut echt seien.» James Cromitie habe gegenüber dem Informanten auch angegeben, Verbindungen zu einer Terrororganisation in Pakistan zu haben.
Im Oktober 2008 traf der Informant mit den Beschuldigten in einem Haus in Newburgh zusammen, das mit versteckten Anlagen zur Video- und Audio-Überwachung präpariert war, wie aus der Klageschrift weiter hervorgeht. Im April dieses Jahres sollen die vier Männer dann ihre Ziele bestimmt haben. Danach beobachteten sie auch den Stützpunkt der Air National Guard.
Medienberichten zufolge soll bereits am Donnerstag vor einem Bundesgericht Anklage wegen Verschwörung zum Gebrauch von Massenvernichtungswaffen und Verschwörung zum Erwerb und Einsatz von Luftabwehrraketen erhoben werden. Jedem der vier Verdächtigen drohe lebenslange Haft, hieß es.
Reale Bedrohung durch Terroristen in den USA«Dies war eine lange, sorgfältig geplante Ermittlung, und sie zeigt, wie real die Bedrohung durch Terroristen aus dem eigenen Land ist», sagte King, der als Mitglied des Ausschusses für Heimatschutzes im Repräsentantenhaus nach den Festnahmen.
Seit den Anschlägen vom 11. September 2001, bei denen in New York rund 3000 Menschen starben, ist es in den USA zu keinen größeren Terrorakten mehr gekommen. (dpa/AP)