Aber Furcht vor 2. Welle mit mutiertem Erreger: 

netzeitung.deLeichte Entwarnung vor der Mexiko-Grippe

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Krankenschwester in Schutzkleidung, Uniklinik Frankfurt am Main (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Krankenschwester in Schutzkleidung, Uniklinik Frankfurt am Main
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Weltweit sind derzeit rund 635 Menschen mit dem Erreger der Mexiko-Grippe infiziert. In Deutschland gibt es einen neuen Verdachtsfall und eine zweite Übertragung von Mensch zu Mensch. Die Experten jedoch sind zuversichtlich.

Trotz weiterer Ausbreitung der Schweinegrippe scheint das Virus weit weniger gefährlich als der Erreger der verheerenden Spanischen Grippe von 1918. Das Schweinegrippe-Virus H1N1 verfügt nach Angaben der US-Behörden nicht über die genetischen Eigenschaften, die den früheren Erreger so gefährlich machten. Es gebe allerdings noch vieles, was die Wissenschaft über die Virulenz des Virus von 1918/19 herausfinden müsse, sagte Grippeexpertin Nancy Cox vom US-Zentrum für Seuchenkontrolle und Prävention am Freitag ein. Die Spanische Grippe war einer der tödlichsten Seuchen in der Geschichte der Menschheit. Experten schätzen, dass 40 bis 50 Millionen Menschen an der Krankheit starben.

Ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagte am Freitagabend in Genf, die Menschen hätten noch viele Möglichkeiten, sich selbst vor dem Erreger zu schützen. Die Mehrzahl der Fälle verlaufe sehr milde. Der Leiter des Robert Koch-Institutes in Berlin, Prof. Jörg Hacker, sagte dem Magazin «Focus», die Wissenschaftler müssten sich auf eine «zweite Welle» der Grippe vorbereiten. Das Virus könne mutieren und dadurch gefährlicher werden. Inzwischen wurden 17 Todesfälle bestätigt, 16 davon allein in Mexiko. Die Zahl der bestätigten Infektionen weltweit stieg auf rund 600, davon fast zwei Drittel in Mexiko.
Mexiko-Urlauber steckte zwei Menschen an
In Deutschland sind bisher nachweislich fünf Menschen mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert. Dabei hat es offenbar erneut eine Mensch-zu-Mensch-Infektion gegeben. Wie der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Jörg Hacker, am Samstag in Berlin mitteilte, wurde die Krankheit jetzt bei einem 38-jährigen Mann aus Bayern bestätigt, der im Krankenhaus von Mallersdorf Landkreis Straubing-Bogen im selben Zimmer wie ein infizierter 37-jähriger Mexiko-Urlauber lag. Dieser hatte auch eine 42 Jahre alte Krankenschwester angesteckt. Damit stieg die Zahl der bestätigten Schweinegrippe-Fälle in Deutschland laut Hacker auf sechs. Zugleich gebe es 30 Verdachtsfälle. Nach Angaben des RKI-Chefs sind alle sechs Patienten entweder austherapiert oder befinden sich auf dem Weg der Besserung. Die Mehrheit der Deutschen sieht laut der «Bild am Sonntag» die Schweinegrippe denn auch gelassen. Bei einer repräsentativen Umfrage des Emnid-Instituts im Auftrag der Zeitung äußerten 59 Prozent keine Angst vor der weltweiten Ausbreitung des Grippevirus vom Typ A/H1N1. (NZ/dpa/AP)