Proteste zum Tag der Arbeit: 

netzeitung.deHunderttausende Europäer auf der Straße

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Heißer Mai in Marseille (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Heißer Mai in Marseille
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In mehreren europäischen Städten ist es während Protesten zum Tag der Arbeit zu Ausschreitungen und Festnahmen gekommen. In Italien wurde die traditionelle Mai-Kundgebung aufs Land verlegt.

Am Rande von Kundgebungen zum Tag der Arbeit ist es in mehreren europäischen Städten zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. In Istanbul lieferten sich linke Aktivisten Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften. In Athen setzte die Polizei Blendgranaten gegen Randalierer ein. In Frankreich gingen Hunderttausende gegen die Krisen- und Reformpolitik von Staatspräsident Nicolas Sarkozy auf die Straße. Auch bei den Kundgebungen in Russland spielte die Wirtschaftskrise eine Rolle.

Auf dem zentralen Taksim-Platz in Istanbul nahmen tausende Gewerkschaftsmitglieder an einer Demonstration teil. Erst in der vergangenen Woche hatte die Türkei dem Druck der Gewerkschaften nachgegeben und den 1. Mai zum Feiertag erklärt. Außerdem erlaubten die Behörden eine Gedenkveranstaltung auf dem Taksim-Platz, wo am 1. Mai 1977 fast 40 Menschen ums Leben gekommen waren, als bei einer Kundgebung Schüsse fielen und eine Massenpanik ausbrach.
Streiks in Griechenland
Dass sich am Freitag schließlich mehrere tausend Menschen auf dem Taksim-Platz versammelten, galt als symbolischer Sieg für die Gewerkschaften. Überschattet wurde die Kundgebung durch Ausschreitungen in den umliegenden Straßen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, vermummte Randalierer warfen Pflastersteine und Brandsätze. Nach Informationen des Fernsehsenders CNN-Turk wurden elf Polizisten verletzt. Die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete von 26 Festnahmen.

In Italien verlegten die Gewerkschaften ihre Kundgebungen von den großen Städten nach L'Aquila - als Zeichen der Solidarität mit den vom Erdbeben betroffenen Menschen. In Griechenland behinderten Streiks den Verkehr und führten zu Einschränkungen bei Fähr- und Flugverbindungen. Die Fluggesellschaft Olympic Airlines musste nach eigenen Angaben mehr als 100 Flüge streichen. Randalierer griffen in Athen Bankfilialen an, die Polizei ging mit Blendgranaten gegen die Gewalttäter vor.

Festnahmen in Moskau und St. Petersburg
In Frankreich hatten erstmals alle Gewerkschaften geschlossen zu 300 Kundgebungen aufgerufen. Zehntausende Menschen beteiligten sich am zentralen Protestmarsch in Paris, der am frühen Nachmittag in Richtung Bastille-Platz startete. In Straßburg, Bordeaux und Montpellier waren es nach Polizeiangaben jeweils mehr als 10.000 Demonstranten.

Den größten Zulauf in Russland hatten die Kundgebungen, zu denen die Partei von Ministerpräsident Wladimir Putin, Geeintes Russland, und regierungsnahe Gewerkschaften aufgerufen hatten. In St. Petersburg und Moskau nahm die Polizei nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen mehrere Dutzend Nationalisten und Linke fest. Mehrere tausend Anhänger der Kommunistischen Partei versammelten sich in der Nähe eines Karl-Marx-Denkmals in der russischen Hauptstadt und forderten den Rücktritt der Regierung. (AP)