Nach Anschlägen in Afghanistan: 

netzeitung.deSteinmeier steht verletzten Soldaten bei

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Bundeswehr-Soldaten nach dem Anschlag in Kundus (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bundeswehr-Soldaten nach dem Anschlag in Kundus
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Nach der Anschlagsserie auf deutsche Soldaten in Afghanistan stattet Außenminister Steinmeier den Verletzten einen Besuch ab. In Deutschland erneuert die Linkspartei ihre Forderung nach einem Abzug der Bundeswehr.

Nach den Anschlägen auf die Bundeswehr in Afghanistan, bei denen ein Soldat getötet und neun weitere verletzt worden waren, ist Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag in das Feldlager Masar-i-Scharif im Norden des Landes gereist.

Der SPD-Politiker besuchte dort auch sieben der Verletzten, die im Feldkrankenhaus der deutschen Afghanistan-Truppen behandelt werden. In einer kurzen Ansprache verurteilte Steinmeier die Anschläge nochmals. «Die Täter schrecken auch vor kaltblütigem Mord nicht zurück, um ihr Ziel zu erreichen.» In dem Camp im Norden des Landes sind gegenwärtig etwa 2.000 Angehörige der Bundeswehr im Einsatz. Darüber hinaus sind dort 500 Soldaten aus anderen Nato-Ländern stationiert.

Deutschland werde sich von seinem Engagement, von dem Wiederaufbau Afghanistans und der Bekämpfung des Terrorismus aber nicht abbringen lassen. «Nie wieder darf Afghanistan der Hort für weltweit agierenden Terrorismus werden.» Den Angehörigen des getöteten Soldaten sprach der Außenminister sein Beileid aus.

Der Soldat war bei dem zweiten Anschlag auf die Bundeswehr am Vorabend ums Leben gekommen. Nach offiziellen Angaben war er bei einer Patrouillenfahrt in der Nähe des deutschen Lagers in Kundus mit seinen Kameraden in einen Hinterhalt geraten. Vier weitere Soldaten wurden bei dem Feuergefecht leicht verwundet.

Linkspartei fordert Abzug
Angesichts der Anschläge auf die deutschen Soldaten in Afghanistan hat die Linkspartei den Abzug der Bundeswehr aus dem Land gefordert. Partei- und Fraktionschef Oskar Lafontaine sagte am Donnerstag in Berlin: «32 tote deutsche Soldaten in Afghanistan mahnen uns.»

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier sollten die Konsequenzen aus der Feststellung von US-Präsident Barak Obama ziehen, dass der Krieg in Afghanistan nicht zu gewinnen sei. «Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan muss beendet werden», erklärte Lafontaine.

32 deutsche Soldaten seit 2002 getötet
Wenige Stunden zuvor waren bereits bei einem Selbstmord-Attentat in der Nähe von Kundus fünf andere deutsche Soldaten leicht verletzt worden. Zu der Tat hatte sich die radikal-islamische Taliban-Miliz bekannt. Vermutet wird, dass sie auch hinter dem zweiten Anschlag steckt.

Insgesamt kamen bei dem Einsatz am Hindukusch seit 2002 bisher 32 deutsche Soldaten ums Leben. Derzeit sind mehr als 3800 Bundeswehrangehörige in Afghanistan stationiert. (dpa/AP)