USA nehmen Vergeltungsdrohung ernst:
Piraten schlagen zurück und kapern vier Schiffe
14.04.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Unmittelbar vor dem Überfall hatte die «Irene» noch ein Notsignal abgesetzt, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Dass der Angriff in der Nacht erfolgte, deutet auf eine immer bessere technische Ausrüstung der Piraten hin - offenbar finanziert mit Lösegeldzahlungen in Millionenhöhe.
Am Sonntag hatten US-Elitesoldaten Phillips vor Somalia aus der Hand von Piraten befreit und dabei drei der vier Seeräuber getötet. Am Karfreitag waren zwei Piraten und der französische Bootseigner bei der Befreiung einer Jacht ums Leben gekommen. Die Seeräuber drohten Vergeltung an. Künftig würden alle Geiseln sofort getötet, wenn die Gefahr eines Angriffs seitens ihrer Landesstreitkräfte bestehe, erklärte Piratenführer Jamac Habeb. Und die USA würden ganz besonders ins Visier genommen.
Der Generalstabschef der US-Streitkräfte, Admiral Richard Mullen, erklärte am Dienstag, er nehme die Drohung ernst. Zugleich bekräftigte er im Fernsehsender ABC, dass die USA auf jede Vergeltungsaktion entsprechend reagieren würden. Die Seeräuber haben gegenwärtig
Das Bundesverteidigungsministerium rechnet nicht damit, dass sich Piraten für die Befreiung des US-Kapitäns an ihren deutschen Geiseln rächen. Die Lage habe sich aber durch die Aktion verschärft, sagte der parlamentarische Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey (CDU) im Deutschlandfunk.
Er mahnte, der Kampf gegen die Piraten vor der somalischen Küste könne nur gewonnen werden, wenn sich die internationale Gemeinschaft auch um eine Entspannung der politischen Lage in Somalia bemühe. Dennoch nannte Kossendey die von US-Präsident Barack Obama angeordnete Gewalt gegen die Piraten den richtigen Weg.
Der SPD-Politiker Rainer Arnold forderte im WDR Reedereien und deren Kapitäne auf, das Seegebiet nur mit Begleitschutz von Kriegsschiffe zu passieren. Der FDP-Verteidigungsexperte Rainer Stinner verlangte erneut die «Ausschaltung» der Mutterschiffe der Seeräuber. «Die Piraten können mit ihren Schnellbooten nur deshalb ein derart großes Seegebiet gefährden, weil sie von Mutterschiffen aus operieren.» Diese müssten bekämpft werden. Ferner meinte Stinner: «Jede Lösegeldzahlung stärkt letzten Endes die Position der Piraten.»
Die Piraterie vor der somalischen Küste bedroht auch die internationale Nahrungsmittelhilfe für das Land. 90 Prozent der Hilfsgüter kämen über See, sagte eine Sprecherin des UN- Ernährungsprogramms WFP in Genf. Die Piraterie sei eine ständige Sorge. Die in der vergangenen Woche gekaperte «Maersk Alabama» von Phillips sei zur Hälfte mit WFP-Containern bestückt gewesen. (dpa/AP)

