Nach der Ermordung einer Frauenrechtlerin :
Taliban verstärken Attacken in Afghanistan
Die Vereinten Nationen in Afghanistan verurteilten den Mord an Sitara Achikzai, zu dem sich die Taliban bekannten, scharf. Für die «feige und vorsätzliche» Tat gebe es keine Rechtfertigung, erklärte am Montag die Sprecherin der UN-Mission in Kabul, Nilab Mubarez. «Achikzai war eine engagierte und tapfere Frau, die Afghanistan in einer der gefährlichsten Regionen des Landes gedient hat.»
Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) teilte am Montag in Berlin mit: «Diese mutige Frau wollte den Menschen in Afghanistan helfen und hat sich mit all ihrem Engagement für die Rechte der Frauen eingesetzt.» Nun müssten die afghanischen Behörden alles tun, um den Mord zu ahnden. Auch der afghanische Präsident Hamid Karsai verurteilte den Anschlag und forderte die Sicherheitskräfte auf, die Täter zu finden.
Bei einem Sprengstoffanschlag auf einen Konvoi der Bundeswehr am Ortsrand von Masar-i-Scharif wurden am Ostermontag zwei geschützte Fahrzeuge beschädigt. Nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam konnte die Patrouille jedoch aus eigener Kraft ins deutsche Feldlager Camp Marmal zurückfahren. Bereits am Sonntag wurde der Bundeswehrstützpunkt in Kundus zum vierten Mal innerhalb einer Woche mit Raketen angegriffen. Die fünf Geschosse seien jedoch außerhalb des Lagers eingeschlagen, teilte die Bundeswehr mit.
Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff. Ein Sprecher sagte, drei Aufständische und «48 Soldaten» seien getötet worden. Angaben der Taliban gelten jedoch als übertrieben und haben sich oft als gänzlich falsch herausgestellt. In der Provinz Kunar im östlichen Grenzgebiet zu Pakistan töteten Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF 18 weitere Taliban.
Sechs weitere Menschen wurden nach Polizeiangaben am Montag bei Bombenanschlägen getötet. In der westlichen Provinz Herat starben vier Insassen eines Minibusses, als ein am Straßenrand versteckter Sprengsatz explodierte. In der südöstlichen Provinz Chost wurden zwei afghanische Wachleute einer privaten Sicherheitsfirma getötet. Der Süden und Osten Afghanistans gelten als Hochburgen der Taliban. In den vergangenen Monaten hat sich aber auch im Kommandobereich der Bundeswehr im Norden die Sicherheitslage deutlich verschlechtert. (dpa/AP)
