23.03.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Südafrika lässt Dalai Lama abblitzen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Trotz Protesten hält Südafrikas Regierung an ihrer Weigerung fest: Der Dalai Lama darf nicht zu einer Friedenskonferenz einreisen. Erzbischof Desmond Tutu droht mit einer Absage.
Südafrika hat dem Dalai Lama eine Einreisegenehmigung zu einer hochrangigen Friedenskonferenz in Johannesburg verweigert und damit heftige Proteste gelöst. Der frühere südafrikanische Präsident und Friedensnobelpreisträger Frederick Willem de Klerk sagte seine Teilnahme an der Konferenz deswegen ab. Vor der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika sollte es nach dem Wunsch des WM-Organisationskomitees bei der Konferenz um die einigende Kraft des Sports sowie Südafrikas demokratische Errungenschaften gehen. Auch Erzbischof Desmond Tutu hat mit einer Absage gedroht, sollte der südafrikanische Präsident Kgalema Motlanthe nicht einlenken.
Motlanthes Sprecher Thabo Masebe bekräftigte indes die ablehnende Haltung der Regierung. Sie sei der Ansicht, dass eine Einladung des im Exil lebenden geistlichen Oberhaupts der Tibeter gegenwärtig nicht im Interesse des Landes sei, da er nur von Südafrikas Vorbereitungen für die WM ablenken würde.
Chinas Warnung zeigt WirkungEin Mitarbeiter der chinesischen Botschaft in Südafrika, Dai Bing, hatte am Vortag der Sonntagszeitung «Sunday Independent» erklärt, seine Regierung habe die Südafrikaner vor einer Belastung der bilateralen Beziehungen gewarnt. Der Kap-Staat stellt knapp 21 Prozent des chinesischen Handels auf dem Kontinent.
Der Dalai Lama war von den Friedensnobelpreisträgern Tutu, De Klerk und Ex-Präsident Nelson Mandela im Auftrag des organisierenden Fußballverbands PSL zu der zweitägigen Friedenskonferenz am Freitag nach Südafrika eingeladen worden. An ihr sollten neben Tutu und De Klerk auch das Nobelpreis-Komitee aus Norwegen und die in Südafrika geborene Schauspielerin Charlize Theron teilnehmen. Ihr US-Kollege Morgan Freeman, der zur Zeit bei Filmarbeiten Mandela verkörpert, hatte sich ebenfalls angesagt. (dpa)