US-Regierung will raus aus Afghanistan: 

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Richard Holbrooke (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Richard Holbrooke
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Die Amerikaner wollen nicht ewig in Afghanistan bleiben. Deshalb arbeitet die US-Regierung an einem neuen Konzept. Sonderbeauftragter Holbrooke umriss vor Nato-Vertretern schon einmal die künftige Strategie.

Im Ringen um ein baldiges Ende des Krieges am Hindukusch hat der US-Sonderbeauftragte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, am Montag die Eckpunkte einer neuen Strategie vorgestellt. In Brüssel traf Holbrooke zu informellen Gesprächen mit Nato-Chef Jaap de Hoop Scheffer und EU-Vertretern zusammen.

Die US-Regierung will sich laut Holbrooke stärker auf Pakistan konzentrieren und auch afghanische Nachbarn wie Iran und China einbeziehen. «Es ist eine gewaltige Herausforderung und niemand sollte sie unterschätzen», warnte Holbrooke. «Europäer und Amerikaner müssen sich entscheiden, ob sie die Herausforderung annehmen wollen.» In einer Woche findet in den Niederlanden eine internationale Afghanistan-Konferenz statt. Bis dahin soll das neue Konzept im Kampf gegen das Terrornetzwerk Al Qaeda und die radikal-islamischen Taliban stehen.

«Wir wollen nicht ewig bleiben»
Seit fünf Jahren versucht das nordatlantische Militärbündnis vergeblich, den Einfluss der schwachen afghanischen Regierung unter Führung von Präsident Hamid Karsai zu stärken. Das Land am Hindukusch gilt nicht nur als Zufluchtsort für Al-Qaeda-Kämpfer und andere Islamisten, sondern ist auch einer der weltweit größten Heroin-Lieferanten.

US-Präsident Barack Obama machte am Sonntag in einem Interview mit dem Sender CBS nochmals deutlich, dass unter seiner Führung eine neue Strategie zu erwarten sei: «Es muss eine Ausstiegsstrategie geben.» Es dürfe nicht das Gefühl aufkommen, dass die USA auf ewig in den Afghanistan-Konflikt hineingezogen würden.

Militärischer Ansatz reicht nicht
«Wir dürfen nicht glauben, dass schlicht ein militärischer Ansatz in Afghanistan unsere Probleme löst», fügte Obama hinzu. Er signalisierte, dass er eine größere Betonung auf wirtschaftliche Entwicklung und Diplomatie mit Afghanistans Nachbarn Pakistan legen werde.

Erst im vergangenen Monat hatte Obama angekündigt, die Truppen in Afghanistan um 17.000 zusätzliche Soldaten aufzustocken. Zur neuen US-Strategie für die Befriedung Afghanistans gehört auch eine mögliche Einbindung gemäßigter Taliban.

Im Rahmen der von der Nato geführten Internationalen Schutztruppe Isaf sind derzeit knapp 62.000 Soldaten aus mehr als 40 Ländern in Afghanistan stationiert. 16.000 Soldaten gehören der US-geführten Koalition an, die gegen Terroristen kämpft, aber auch afghanische Sicherheitskräfte und Polizisten ausbildet. Deutschland hat zur Absicherung der für August geplanten Präsidentenwahl 600 weitere Soldaten zugesagt. Derzeit sind etwa 3800 deutsche Soldaten im Isaf-Einsatz. (nz)