15.03.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Bin Laden ruft zum Mord auf
Moderate Araber-Führer sind das Ziel einer Audiobotschaft Osama bin Ladens. Zum ersten Mal wird öffentlich auch zu direkten Angriffen aufgerufen, um radikale palästinensische Kräfte zu unterstützen. Die Echtheit der Botschaft ist noch nicht bestätigt.
Osama bin Laden, der meist gesuchte Terrorist der Welt, hat in einer neuen Audiobotschaft zum Mord an gemäßigten arabischen Führern aufgerufen. «Die Herzen unserer Herrscher sind wie die unserer Feinde», sagte der Chef des Terrornetzwerks Al Qaeda laut einer Abschrift des auf islamistische Webseiten spezialisierten IntelCenters mit Sitz nahe Washington.
«Euch den Hals durchzuschneiden, ist mithin eine religiöse Verpflichtung», heißt es demnach in der am Samstag vom arabischen Fernsehsender Al-Dschasira ausgestrahlten Botschaft. Ob die Botschaft wirklich von Bin Laden stammt, war laut dem Sender zunächst aber unklar.
Terrorziel WestjordanlandIn der Aufnahme ist von arabischen Führern die Rede, «ob in Najd (der Region der saudischen Hauptstadt Riad) oder in Ägypten». Dem auf Terrorismusanalyse spezialisierten amerikanischen IntelCenter zufolge wird in der Botschaft überdies möglicherweise zum ersten Mal öffentlich zu direkten Angriffen zur Unterstützung radikaler palästinensischer Kräfte aufgerufen.
Bin Laden verlange darin, dass sich Extremisten aus dem Irak über Jordanien ins Westjordanland begeben. Dass er nun praktische und taktische Schritte anrege, sei ein klares Zeichen einer möglichen verstärkten Aktivität von Al Qaeda in der Region. Es sei wahrscheinlich, dass in Jordanien und in der Grenzregion zum Westjordanland und Israel die Gefahr von Attentaten gestiegen sei.
«Praktische Schritte zur Befreiung Palästinas»Die Botschaft trägt den Titel «Praktische Schritte zur Befreiung Palästinas» und ist länger als eine halbe Stunde. «Unsere Länder sind von Innen heraus besetzt», heißt es in der Aufnahme. «Die arabischen Zionisten - die Herrscher der Region und die Stellvertreter unserer Feinde - und ihre Soldaten hindern uns daran, den Schwachen und Bedrängten (in den palästinensischen Gebieten) zu helfen.»
Es war die zweite Botschaft Bin Ladens binnen zwei Monaten. Die Muslime in aller Welt wurden schon im Januar zur Unterstützung der Palästinenser im Gazastreifen aufgerufen. Sie sollten sich dem Kampf entweder direkt anschließen oder diesen zumindest finanziell unterstützen. (dpa/nz)