06.03.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Raketen gegen Bomben, nächste Runde
Radikale Palästinenser feuern wieder Raketen auf Israel und die israelische Armee antwortet mit Bombenangriffen auf den Gazastreifen. Seit dem Ende des Gaza-Krieges sollen 140 Raketen in Israel eingeschlagen sein.
Militante Palästinenser haben auch am Freitag ihre seit Tagen anhaltenden Raketenangriffe auf Israel fortgesetzt. Im israelischen Grenzgebiet zum Gazastreifen schlug eine Rakete ein. Sie richtete jedoch keinerlei Schaden an.
Zuvor hatte die israelische Luftwaffe als Vergeltung für Raketenangriffe vom Vortag mehrere Kampfeinsätze geflogen. Nach Angaben einer israelischen Militärsprecherin wurden vier Tunnel unterhalb der Grenze vom Gazastreifen zu Ägypten zerstört. Diese Tunnel werden nach israelischen Angaben auch für den Schmuggel von Raketen, Waffen, Sprengstoff sowie Bargeld in den Gazastreifen genutzt.
Bei dem Luftangriff seien am Donnerstagmorgen zwei Palästinenser ums Leben gekommen, hieß es nach palästinensischen Angaben. Wie ein Sprecher der Gesundheitsbehörde in Gaza weiter mitteilte, hatte ein unbemanntes israelisches Flugzeug eine Rakete auf eine Gruppe von Männern in der Nähe des Flüchtlingslagers Al-Marasi im Gazastreifen abgefeuert. Nach Augenzeugenberichten handelt es sich bei den beiden Toten um militante Palästinenser.
Kommandeur des «Islamischen Heiliger Krieg» getötetEin israelischer Armeesprecher in Tel Aviv bestätigte den Angriff. Die Gruppe von Palästinensern habe zuvor eine Panzerabwehrgranate auf eine Militärpatrouille auf israelischem Boden abgefeuert, sagte er. Zuvor war bereits in der Nacht zum Donnerstag ein Kommandeur der militanten Palästinensergruppe Islamischer Heiliger Krieg getötet worden. Der Tote soll nach israelischen Armeeangaben für den Abschuss von Raketen auf Israel verantwortlich gewesen sein.
Militante Palästinenser hatten allein am Donnerstag nach Armeeangaben zehn Raketen auf Israel abgefeuert. Seit Ende des 22 Tage langen israelischen Militäreinsatzes im Gazastreifen am 18. Januar seien mehr als 140 Raketen auf israelischem Boden eingeschlagen. Die Palästinenser wollen mit dem Beschuss ein Ende der Blockade des Gazastreifens und eine Öffnung aller Grenzübergänge für einen normalen Waren- und Personenverkehr erreichen.
Amokfahrt eines PalästinensersAußerdem wurden am Donnerstag bei einer erneuten Amokfahrt eines Palästinensers in Jerusalem zwei israelische Polizisten verletzt. Es war bereits die vierte solche Tat binnen acht Monaten. Polizeisprecher Mickey Rosenfeld sagte, der Radlader-Fahrer habe ein Polizeiauto zweimal mit der Schaufel in die Luft gehoben und umgeworfen. Auch ein Bus sei bei dem Angriff beschädigt worden.
Herbeigerufene Polizisten und ein Taxifahrer hätten auf den Angreifer geschossen und ihn tödlich verletzt. Die Polizisten - ein Mann und eine Frau - wurden nur leicht verletzt, drei Mädchen in einem Schulbus erlitten einen Schock. Der Vorfall habe sich in nur 500 Meter Entfernung von einem Einkaufszentrum ereignet, sagte Rosenfeld. (dpa/nz)