24.02.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Holocaustleugner Williamson
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mit dunkler Sonnenbrille und schwarzen Baseballkappe wollte der Traditionalistenbischof und Holocaustleugner Williamson unerkannt ein Flugzeug besteigen, wurde aber enttarnt.
Der katholische Traditionalistenbischof und Holocaustleugner Richard Williamson (68) hat Argentinien verlassen. Der umstrittene Bischof flog am Dienstag um 14:28 Uhr Ortszeit mit einer Maschine der Fluggesellschaft British Airways vom Flughafen Ezeiza in Buenos Aires nach London ab. Der Fernsehsender TN zeigte Livebilder vom Flughafen.
Williamson versuchte dem TV-Bericht zufolge, mit einer dunklen Sonnenbrille und einer schwarzen Baseballkappe unerkannt zu bleiben. Einem argentinischen Journalisten drohte der Geistliche auf dem Flughafen offenbar mit der Faust. Zwei Begleiter von Williamson hielten den Journalisten zurück und hinderten ihn daran Fragen zu stellen.
Verstoß gegen AufenthaltsbestimmungenDas Innenministerium in Buenos Aires hatte Williamson am Donnerstag aufgefordert, das Land innerhalb von zehn Tagen zu verlassen. Als offizielle Begründung hieß es, der Brite habe gegen Aufenthaltsbestimmungen verstoßen. Sollte er der Anweisung nicht nachkommen, drohte ihm die Abschiebung.
Der seit langem in Argentinien lebende Williamson hatte seit 2003 ein Priesterseminar der Pius-Bruderschaft in La Reja nahe Buenos Aires geleitet. Am 8. Februar war er von seinem Amt als Leiter abgesetzt worden.
Im Bemühen um eine Wiedereingliederung der ultrakonservativen Pius-Brüder in die römische Kirche hatte Papst Benedikt XVI. im Januar die Exkommunikation von Williamson und weiterer Bischöfe aufgehoben, obwohl Williamson kurz zuvor in einem Fernsehinterview den Holocaust geleugnet hatte. Nach internationaler Kritik forderte der Vatikan den Bischof zum öffentlichen Widerruf auf. Das lehnt Williamson bisher ab, am 8. Februar war er von seinem Amt als Leiter abgesetzt worden.
Williamson darf nach England einreisenWilliamson darf nach Angaben der britischen Regierung ungehindert in seine Heimat einreisen. «Er ist ein britischer Bürger und hat sich hier nicht strafbar gemacht», sagte ein Sprecher des Innenministeriums in London am Dienstagabend auf Anfrage der dpa. Auch wenn Williamson streitbare Ansichten habe, habe er nach britischem Recht keine Straftat begangen. «Wir können ihn deshalb nicht aufhalten, zurückzukommen.»
Der Präsident des britischen Holocaust Educational Trust, Lord Janner, sagte: «Es wäre sehr viel besser, wenn er nicht hier wäre. Aber da er britischer Bürger ist, kann das nicht verhindert werden.» Die Pius-Bruderschaft in London wollte sich am Abend nicht zu Williamson äußern. (nz/dpa)