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Kommentar zur Gaza-Offensive: 

Es geht nicht nur um Israels Lebenserhaltung

08. Jan 2009 11:28
Folgen der israelischen Angriffe
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Ein deutliches Ja zum israelischen Militärschlag gegen die Hamas formuliert Alexander Görlach. Zumal erstmals auch arabische Staaten an die Seite Israels rücken, vorsichtig zwar, aber spürbar.

Die kurze Waffenrufe wird dem Image Israels gut tun. Das Land unterstreicht damit, dass es ihm ernst ist, die Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen so wenig wie möglich in Mitleidenschaft ziehen zu wollen. Die internationale Forderung nach einem Waffenstillstand, der in den vergangenen Tagen immer wieder an die Regierung in Jerusalem erging, war indessen falsch adressiert: Die Hamas hat die Waffenruhe aufgekündigt, nicht Israel.

Das Land, seine Bewohner, sie hielten es nicht mehr aus, sich dauerhaft von den Raketen der Hamas beschießen zu lassen. Jetzt, da die Geschütze eine Reichweite haben, die die Bevölkerung in dicht besiedelten Siedlungen und Städten treffen kann und man sich selbst in Tel Aviv darauf vorbereitet, bald ein erreichbares Ziel zu sein, musste Israel alles daran setzen, die Infrastruktur der islamistischen Terrororganisation zu zerstören.

Das Land muss das um seiner eigenen Lebenserhaltung weiter verfolgen, auch nach der Waffenruhe, die nur wenige Stunden halten wird. Dass Israel erst nach Raketeneinschlag Nummer 10.000 die Reißleine gezogen hat, hat wiederum den guten Willen der Regierung Olmert bewiesen, die Eskalation so weit wie möglich hinaus zu schieben. Ursache des aktuellen gewaltsamen Konflikts, der viele Menschenleben gefordert hat und leider noch fordern wird, ist die Hamas und nicht Israel.

Hamas versteckt sich

Verantwortlich für viele zivile Opfer sind «mutige» Hamas-Kämpfer, die sich in ihren Häusern, Moscheen und Krankenhäusern hinter ihrer eigenen Familie, hinter Kranken und Betenden verstecken, um die Opferzahlen nach oben zu schrauben. Ziel ist es, den Widerstand im eigenen Volk zu beleben und Israel im Krieg der Bilder schlecht dastehen zu lassen. Das scheint der Hamas, wieder einmal, zu gelingen.

Zum ersten Mal allerdings rücken in einer solchen eskalierten Situation arabische Staaten an die Seite Israels, vorsichtig zwar, aber spürbar. Die Ägypter zeigen keine Neigung, eine mächtige, dem Iran nahe stehende Hamas vor ihrer Haustür tolerieren zu wollen. Bis in die Golfstaaten hinein wird dieses Unbehagen an Iran geteilt. Den sunnitischen Arabern, die regelmäßig in der Arabischen Liga zusammenkommen, ist der schiitische Gottesstaat mehr als suspekt. Die Liga hat nicht umsonst eine Woche lang zu dem Konflikt nichts gesagt, bevor sie sich dann zu einer lauen Stellungnahme aufgerafft hat. Ihre Bevölkerungen erwarten nach wie vor Härte gegen Israel.

Am Boden sehen

Iran möchte mit seiner Rhetorik der atomaren Aufrüstung nicht unmittelbar Indien oder Pakistan treffen, sondern sich zum Hegemon in seiner eigenen Nachbarschaft aufschwingen. Israel kann als einziges Land, zusammen mit seinen Verbündeten, im Säbelrasseln der Mullahs mithalten. Im Moment geht es darum aber noch nicht.

In der nächsten Zeit muss Israel mit einem Ausleger der radikalen Geistlichkeit in Teheran, mit der Hamas, fertig werden. Das Land schafft damit eine Organisation aus dem Weg, die die meisten arabischen Staaten lieber heute als morgen am Boden sehen würden.

Alexander Görlach ist Ressortleiter von Cicero Online (www.cicero.de). In loser Folge kommentiert er Politisches für die Netzeitung.

 
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