Leere Röhren: Russland stoppt Gaslieferung über Ukraine07. Jan 2009 09:08  |  Gaspipeline in der Nähe von Kiew/Ukraine | Foto: dpa |
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Russland wirft der Ukraine vor, für Westeuropa bestimmtes Erdgas aus Pipelines zu stehlen. Deshalb beendet Moskau ganz einfach den Transit durch den südwestlichen Nachbarstaat.
Russland hat die Lieferung seines Gases nach Westeuropa über die Ukraine am Mittwoch eingestellt. Das bestätigte der Vizechef des staatlichen Gasmonopolisten Gazprom, Alexander Medwedew, der Agentur Interfax zufolge in Berlin. Die Ukraine habe die letzte von vier Transit-Leitungen für das russische Gas in die Europäische Union geschlossen, hieß es.
Westeuropa erhält aber noch über andere Leitungen weiterhin Gas, unter anderem über eine nördliche Pipeline durch Weißrussland. Bisher allerdings waren etwa 80 Prozent des Gases aus Russland über Leitungen in der Ukraine in die EU gepumpt worden. Gazprom hatte der Ukraine vorgeworfen, das für den Export bestimmte Gas zu Eigenzwecken zu stehlen. Deshalb gebe es keinen Grund mehr, das Gas über die Ukraine zu den Kunden in Westeuropa zu pumpen, hatte Gazprom-Chef Alexej Miller gesagt.
Schon zuvor hatte Russland seinen Gasexport über die Ukraine in den Westen um 75 Prozent gedrosselt. Österreich hatte am Morgen mitgeteilt, erstmals kein Gas mehr aus Russland zu erhalten. Wegen des seit Ende Dezember schwelenden Gasstreits zwischen der Ukraine und Russland war bereits am Dienstag in zahlreichen europäischen Ländern kein russisches Gas mehr angekommen. In Deutschland stellte der wichtigste Gas-Importeur Eon Ruhrgas massive Einschränkungen bei der Belieferung fest. Russland ist der wichtigste Erdgaslieferant für deutsche Haushalte und Unternehmen mit einem Anteil von 37 Prozent.
Die deutsche Gasbranche sieht aber keinen Grund zur Panik. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft verfügt Deutschland mit seinen 46 Speichern über die höchste Erdgas-Speicherkapazität in Europa. Die Kapazitäten entsprechen laut den Angaben fast einem Viertel des Jahresverbrauchs 2007. (nz/dpa)
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