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Zivile Opfer der israelischen Offensive: 

Tödlicher Angriff auf UN-Schulen in Gaza

06. Jan 2009 16:19
Kinder in Gaza auf der Flucht vor israelischen Bombardements
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«Niemand ist sicher in Gaza», warnen UN-Verteter in dem seit zehn Tagen bombardierten Küstenstreifen. Dutzende, die in Schulgebäuden Zuflucht gesucht hatten, sind nun tot. Obwohl Israel informiert worden war.

Bei andauernden israelischen Luft- und Bodenangriffen im Gazastreifen sind zwei Schulen der Vereinten Nationen getroffen worden. Dabei sollen mindestens 30 Menschen umgekommen sein, wie ein UN-Sprecher am Dienstag mitteilte. Beim ersten Angriff wurde am Montagabend das Gelände einer Schule in der Siedlung Schati getroffen. Dort hielten sich mehrere hundert Palästinenser auf, die dort aus Gaza Zuflucht gesucht hatten. Drei Männer kamen bei der Explosion ums Leben.

Wenige Stunden später wurde eine weitere Schule der UN-Hilfsorganisation UNRWA (United Nations Relief and Works Agency) in Dschebalija im nordöstlichen Gazastreifen getroffen. Dort kamen nach Angaben der Gesundheitsbehörden mindestens zwölf Menschen ums Leben. Auch in diesem Schulgebäude hielten sich Flüchtlinge auf.

UN-Vertreter in Gaza erklärten, sie hätten den israelischen Streitkräften die geografischen Koordinaten ihrer Gebäude in dem Küstenstreifen übermittelt, um zu verhindern, dass sie angegriffen würden. «Niemand ist sicher im Gazastreifen», sagte der Leiter der UN-Vertretung John Ging. «Alle hier sind terrorisiert und traumatisiert.» Ging warf der internationalen Gemeinschaft vor, nichts gegen die Eskalation der Gewalt zu unternehmen.

Unterdessen prüfte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) Informationen, wonach eine ihrer Ambulanzstationen bei den Angriffen in der Nacht zum Dienstag getroffen wurde. IKRK-Einsatzleiter Pierre Krähenbühl sagte, Räumfahrzeuge seien noch dabei, sich durch Trümmer einen Weg zu dem Gebäude in der Stadt Dschabalija zu bahnen. Daher gebe es noch keine genauen Informationen.

Ambulanz von Helikopter beschossen

Das IKRK kritisierte zudem, dass die Gefahr für Krankentransporte sehr groß sei, Ziel eines Angriffes zu werden. «Die Leute, besonders die Ambulanz-Fahrer, haben wahnsinnig Angst, weil bei jedem Einsatz unsicher ist, was genau passiert», sagte die Leiterin des Büros für die palästinensischen Gebiete, Katharina Ritz, im Deutschlandradio Kultur.

Auch die Frankfurter Hilfsorganisation Medico International berichtet, dass Ambulanzen beschossen wurden. In den vergangenen Tagen seien mindestens sechs einheimische Helfer durch die israelische Armee getötet worden. Darunter sei auch ein Sanitäter der Medico-Partnerorganisation «Health Work Committees». Sein Krankenwagen sei von einem Helikopter beschossen worden.

Keine Verteilung von Nahrungsmitteln möglich

Aed Yaghi von der Palestinian Medical Relief Society (PMRS) berichtete aus Gaza: «Wir sitzen hier in einem Käfig und werden von allen Seiten bombardiert. Es gibt keinen Strom, kein Gas zum Kochen und Hunderttausende haben kein Trinkwasser. Für Brot müssen wir drei bis vier Stunden Schlange stehen. Viele verzichten lieber darauf, da sie Angst haben ihre Häuser zu verlassen.»

Die internationalen Hilfsorganisationen zeigen sich zunehmend besorgt über die Lage in dem seit zehn Tagen bombardierten Gazastreifen. «Die Menschen in Gaza sind hungrig und können zum größten Teil nicht auf die vorhandenen, begrenzten Nahrungsmittelvorräte zugreifen», kritisierte das UN- Welternährungsprogramm WFP. Das WFP habe Nahrungsmittelvorräte in Gaza, sei aber aufgrund der anhaltenden Unsicherheit nur begrenzt fähig, diese auch zu verteilen.

Bei den Angriffen am Dienstag wurden nach vorläufigen Informationen mindestens 18 Palästinenser getötet. Unter ihnen sollen zwei Kämpfer der Hamas gewesen sein, denen die israelische Offensive gilt. Am Montag kamen mindestens 20 Kinder ums Leben, wie Moaiya Hassanain vom Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte. In der Stadt Gaza sowie im nördlichen Teil des Küstenstreifens die Wasserversorgung für rund 800.000 Menschen zusammengebrochen, sagte Munsir Schiblak vom Wasserwerk in Gaza. «Das ist keine Krise, es ist eine Katastrophe», fügte er hinzu. (dpa/AP/nz)

 
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