Krieg in Nahost:
Ausländer fliehen aus dem Gazastreifen
02.01.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Israel und militante Palästinenser setzten ihre gegenseitigen Angriffe den siebten Tag in Folge fort. Die israelische Luftwaffe griff nach Angaben einer Armeesprecherin am Freitagmorgen 20 Ziele der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen an. Darunter sei auch das Hauptquartier des militanten Flügels der Hamas gewesen. Im Gegenzug feuerten militante Palästinenser sieben Raketen auf Israel ab. Zwei Raketen trafen zwei Wohngebäude in der südisraelischen Stadt Aschkelon. Zwei Israelis wurden nach Polizeiangaben verletzt.
Bei den israelischen Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen sind nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde bisher 420 Menschen getötet worden. Weitere 2100 Personen sind verletzt worden. Weitere 300 Palästinenser schweben den Angaben zufolge in Lebensgefahr. Auf israelischer Seite gab es durch Raketenbeschuss bislang vier Tote.
In der indonesischen Hauptstadt Jakarta protestierten am Freitag bereits mehr als 10.000 Menschen vor der US-Botschaft gegen die israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen. Die Demonstranten richteten Raketenattrappen mit der Aufschrift «Ziel: Tel Aviv, Israel» auf das Botschaftsgebäude, das von hunderten Polizisten bewacht wurde. Auf Plakaten war zu lesen «Rettet Palästina vor Israel, dem Terroristen». Auch in anderen indonesischen Städten kam es nach den Freitagskundgebungen zu Protestaktionen.
Die Hamas schwor zudem Vergeltung für den Tod ihres Top-Führers Nisar Rian. Hamas-Sprecher Ismail Radwan kündigte Selbstmordanschläge sowie Angriffe auf alle israelischen Ziele an. Nach den Worten von Radwan werden die israelischen Luftangriffe die Hamas weder zerbrechen noch dazu bringen, «die weiße Fahne zu hissen». Rian gehörte zum engsten Führungszirkel der Hamas und war der Verbindungsmann zwischen dem politischen und militärischen Flügel. Bei dem israelischen Raketenangriff waren am Donnerstag nach palästinensischen Angaben Rian, dessen vier Frauen sowie elf seiner Kinder getötet worden
Sollten weder der diplomatische Druck auf die Hamas noch die Luftangriffe den Raketenbeschuss stoppen, ist Israel zu einer Bodenoffensive bereit. Um den Gazastreifen herum wurden sowohl Panzer als auch Bodentruppen in Stellung gebracht. (dpa/AP)

