Krieg in Nahost: 

netzeitung.deAusländer fliehen aus dem Gazastreifen

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Anti-Israel-Demo in Jakarta (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Anti-Israel-Demo in Jakarta
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Hamas ruft die Palästinenser zum «Tag des Zorns» gegen Israel auf. In Jakarta protestierten schon 10.000 mit Raketenattrappen gegen die Luftangriffe. Derweil verlassen Ausländer den Gazastreifen.

Angesichts der andauernden israelischen Militäroperationen haben am Freitagmorgen die ersten von mehr als 400 Ausländern den Gazastreifen über den Grenzübergang Erez verlassen. Die Armee gestattete die Ausreise, nachdem die Botschaften der betreffenden Ausländer die israelische Führung darum gebeten hatten. Offenbar sind darunter auch Palästinenser mit ausländischem Pass. Ein israelischer Militärsprecher sagte, Palästinenser im Besitz eines ausländischen Passes könnten über Erez das Autonomiegebiet verlassen. Sie seien Staatsbürger unter anderem der USA, Russlands, der Türkei und Kasachstans.

Viele Ausländer wollen den Gazastreifen aus Furcht vor einer israelischen Bodenoffensive verlassen. Israel hat Panzer und Soldaten vor dem Gazastreifen zusammengezogen. Der Einsatz droht nach Ansicht von Militärkommentatoren, falls der diplomatische Druck und die Luftschläge Israels nicht zum Stopp der Raketenangriffe militanter Palästinenser auf Israel führen.

Israel und militante Palästinenser setzten ihre gegenseitigen Angriffe den siebten Tag in Folge fort. Die israelische Luftwaffe griff nach Angaben einer Armeesprecherin am Freitagmorgen 20 Ziele der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen an. Darunter sei auch das Hauptquartier des militanten Flügels der Hamas gewesen. Im Gegenzug feuerten militante Palästinenser sieben Raketen auf Israel ab. Zwei Raketen trafen zwei Wohngebäude in der südisraelischen Stadt Aschkelon. Zwei Israelis wurden nach Polizeiangaben verletzt.

Bei den israelischen Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen sind nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde bisher 420 Menschen getötet worden. Weitere 2100 Personen sind verletzt worden. Weitere 300 Palästinenser schweben den Angaben zufolge in Lebensgefahr. Auf israelischer Seite gab es durch Raketenbeschuss bislang vier Tote.

Anti-Israel-Demo in Jakarta
Die radikalislamische Hamas rief alle Palästinenser zu Massenprotesten nach dem traditionellen Freitagsgebet auf. Die Palästinenser sollten an einem «Tag des Zorns» gegen die israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen sowie die israelische Besatzung demonstrieren, heißt es in einer Erklärung der Hamas vom Freitag.

In der indonesischen Hauptstadt Jakarta protestierten am Freitag bereits mehr als 10.000 Menschen vor der US-Botschaft gegen die israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen. Die Demonstranten richteten Raketenattrappen mit der Aufschrift «Ziel: Tel Aviv, Israel» auf das Botschaftsgebäude, das von hunderten Polizisten bewacht wurde. Auf Plakaten war zu lesen «Rettet Palästina vor Israel, dem Terroristen». Auch in anderen indonesischen Städten kam es nach den Freitagskundgebungen zu Protestaktionen.

Die Hamas schwor zudem Vergeltung für den Tod ihres Top-Führers Nisar Rian. Hamas-Sprecher Ismail Radwan kündigte Selbstmordanschläge sowie Angriffe auf alle israelischen Ziele an. Nach den Worten von Radwan werden die israelischen Luftangriffe die Hamas weder zerbrechen noch dazu bringen, «die weiße Fahne zu hissen». Rian gehörte zum engsten Führungszirkel der Hamas und war der Verbindungsmann zwischen dem politischen und militärischen Flügel. Bei dem israelischen Raketenangriff waren am Donnerstag nach palästinensischen Angaben Rian, dessen vier Frauen sowie elf seiner Kinder getötet worden

Verhärtete Fronten
Eine israelische Armeesprecherin bestritt am Freitag Berichte, wonach die Armee zu einer Politik der gezielten Tötung von Hamas-Führern zurückgekehrt sei. Nach Darstellung der Sprecherin waren die Bewohner des Hauses vor dem Angriff telefonisch gewarnt worden. Israel will mit seinem Militäreinsatz einen Stopp des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen erreichen. Die militanten Palästinenser wiederum wollen Israel mit dem Raketenbeschuss zwingen, die Blockade des Gazastreifens aufzuheben und alle Grenzübergänge für einen freien Warenverkehr zu öffnen.

Sollten weder der diplomatische Druck auf die Hamas noch die Luftangriffe den Raketenbeschuss stoppen, ist Israel zu einer Bodenoffensive bereit. Um den Gazastreifen herum wurden sowohl Panzer als auch Bodentruppen in Stellung gebracht. (dpa/AP)