Religiöse Gedanken zum neuen Jahr:
Papst und Bischöfe: Geld allein macht nicht glücklich
Zugleich äußerte sich der Papst in seiner Ansprache besorgt über die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten. Er erklärte, er bete für ein Ende der Angriffe im Gazastreifen und hoffe, die internationale Gemeinschaft werde konkrete Lösungsvorschläge präsentieren. Israelis und Palästinenser müssten in Frieden, Sicherheit und Würde leben können.
Benedikt prangerte zudem einen «unannehmbaren Rüstungswettlauf» in der Welt an. Die internationale Gemeinschaft feiere einerseits die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vor 60 Jahren. Andererseits verstoße sie gegen die UN-Charta, indem sie die Militärausgaben erhöhe, kritisierte der Papst. Am 1. Januar feiert die katholische Kirche seit 1967 traditionell den Weltfriedenstag.
In einem Silvestergottesdienst im Peterdom hatte der Papst am Mittwoch für das neue Jahr zu «Nüchternheit und Solidarität» aufgerufen. Die gegenwärtige Zeit werde von Unsicherheit und Sorge um die Zukunft geprägt, sagte Benedikt. Dies sei aber kein Grund, ängstlich zu sein. Die Menschen forderte Benedikt auf, besonders den Familien in finanziellen Schwierigkeiten beizustehen. Die katholischen Hilfsorganisationen täten ihr Möglichstes, um diesen Familien zu helfen.
Zollitsch beklagte im Silvestergottesdienst im Freiburger Münster, vielen sei der «moralische Gleichgewichtssinn verloren gegangen». Nicht nur die Finanz- und Bankenkrise bringe dies deutlich zum Ausdruck, sondern tiefer noch die Sorge um das Menschsein selbst. So werde die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens nicht mehr allgemein anerkannt.
Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann erklärte, viele Menschen bauten darauf, dass sie sich mit Geld gegen jede Not absichern könnten. «Wie unsicher und verletzbar diese Absicherung ist, wurde uns im vergangenen Jahr bewusst, als alle Kurse wankten», so die Bischöfin der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland. Davon seien nicht nur die Superreichen betroffen gewesen, sondern auch viele «kleine Leute», die ein Häuschen oder eine Lebensversicherung zur Altersvorsorge angespart hätten. (dpa/AP/epd)

