31.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Zerstörte israelische Schule in Beerschewa
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Eine Feuerpause ist nicht in Sicht. Unvermindert bekriegen sich Israel und die Hamas. In Gaza verloren inzwischen fast 400 Menschen ihre Leben. Und die Raketen der Hamas fliegen immer weiter ins Landesinnere Israels.
Israel und die militanten Palästinensergruppen im Gazastreifen haben am Mittwoch den fünften Tag in Folge ihre gegenseitigen Angriffe fortgesetzt. Ziel der israelischen Attacken waren Regierungsgebäude in Gaza, darunter das Büro des ehemaligen Ministerpräsidenten Ismail Hanija von der radikal-islamischen Hamas. Außerdem seien Schmugglertunnel an der Grenze zu Ägypten bombardiert worden, hieß es.
Bei den schweren Luftangriffen sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza bislang mindestens 390 Menschen, darunter auch Frauen und Kinder ums Leben gekommen. Mehr als 1800 weitere Palästinenser seien verletzt worden.
Im Gegenzug feuerten militante Palästinenser am Mittwoch mehr als 20 Raketen auf Israel ab. Insgesamt vier Raketen schlugen in der südisraelischen Stadt Beerschewa ein. Die rund 40 Kilometer vom Gazastreifen entfernte Stadt ist das am weitesten entfernte Ziel, dass die Hamas bislang mit ihren Grad-Raketen angegriffen hat.
In Beerschewa leben nach Angaben von Polizeisprecher Micky Rosenfeld rund 190.000 Menschen. Zuvor waren erstmals auch Raketen in Aschdod eingeschlagen. Die Hafenstadt mit ihren mehr als 200.000 Einwohnern liegt rund 30 Kilometer nördlich vom Gazastreifen. Nach Angaben von Rosenfeld sind inzwischen eine Million Israelis durch den Raketenbeschuss militanter Palästinenser gefährdet.
Diskussion um FeuerpauseFrankreich hatte am Dienstagabend eine 48-stündige Waffenruhe vorgeschlagen. Der amtierende Ministerpräsident Ehud Olmert lehnte den Vorschlag allerdings sofort ab. Spitzenvertreter der EU wollen in der kommenden Woche nach Israel reisen. Das sei bei dem Krisentreffen der EU-Außenminister am Dienstagabend in Paris beschlossen worden, teilte eine Sprecherin der EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg nannte in Prag den Sonntag als Termin des Besuchs. Er reist zusammen mit EU- Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner und EU-Chefdiplomat Javier Solana.
250 Raketen auf IsraelSeit Beginn der israelischen Luftangriffe am vergangenen Samstag sind nach Angaben von Rosenfeld mehr als 250 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden. Als Folge starben vier Israelis. Dutzende weitere wurden verletzt. Im Gegenzug hat die israelische Luftwaffe seit Samstag nach Angaben einer Armeesprecherin 450 Ziele im Gazastreifen angegriffen, 30 davon am Mittwoch.
Israel will mit der Militäroffensive den Raketenbeschuss durch militante Palästinenser soweit wie möglich minimieren. Die Palästinensergruppen beschießen Israels, um die Aufhebung der Blockade und eine Öffnung aller Grenzübergänge zu erzwingen.
Mit ihren Raketenangriffen auf weiter entfernte israelische Städte will die Hamas demonstrieren, dass sie eine große Zahl von Israelis gefährden kann. Darüber hinaus sollen die jüngsten Angriffe belegen, dass die seit fünf Tage anhaltenden israelischen Luftangriffe die Hamas weder geschwächt noch ihren Widerstand gebrochen haben. (dpa)