Exodus aus Gaza: 

netzeitung.deHunderte Palästinenser fliehen nach Ägypten

 Herausgeber: netzeitung.de

An der Grenze zwischen Ägypten und Gaza kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe An der Grenze zwischen Ägypten und Gaza kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Flucht aus aussichtsloser Lage: Zahlreiche Palästinenser haben ein Loch im Grenzzaun zu Ägypten genutzt, um den Gazastreifen zu verlassen. Die ägyptische Polizei versucht, den Andrang zu stoppen.

Bei den jüngsten israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen Teile des ägyptischen Grenzzauns zerstört worden, was rund rund 500 Palästinenser zur Flucht ins Nachbarland nutzten. Ein Polizeisprecher sagte in der Nacht zum Mittwoch, 125 von ihnen seien bereits festgenommen und zurück in den Gazastreifen geschickt worden. Einige Palästinenser wurden nach Angaben von Augenzeugen von ägyptischen Familien vor der Polizei versteckt.

Die Bombardierung, die wohl vornehmlich den Schmugglertunneln zwischen dem Gazastreifen und der ägyptischen Sinai-Halbinsel galt, hatte am Dienstagabend bis zu 20 Kilometer von der Grenze entfernt die Erde erzittern lassen. Um die Grenze trotz der Zerstörungen geschlossen zu halten, wurden laut Augenzeugen rund 1000 ägyptische Polizisten der Zentralen Sicherheitsbehörde dorthin geschickt.

Präsident Husni Mubarak hatte am Dienstag bekräftigt, der Grenzübergang Rafah sei trotz der massiven israelischen Angriffe nur für Hilfsgüter und Verletzte geöffnet. Ein Sprecher des Roten Halbmondes sagte am Mittwochmorgen, seit Beginn der Luftangriffe am vergangenen Samstag seien 56 verletzte Palästinenser nach Ägypten gebracht worden. Mehrere arabische Staaten schickten via Rafah mit Lastwagen Hilfsgüter in den Gazastreifen. Libyen und Saudi-Arabien schickten Flugzeuge als «fliegende Ambulanzen». (dpa)