08.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Nach den Anschlägen in Bombay wächst der Druck auf Pakistan
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Pakistanische Sicherheitskräfte haben bei einer Anti-Terror-Razzia mehrere Verdächtige festgenommen. Es wurde unter anderem von der Organisation Lashkar-e-Taiba genutzt, die für die Anschläge in Bombay verantwortlich gemacht wird.
Nach den Terroranschlägen von Bombay haben die pakistanischen Streitkräfte ofenbar ein Lager von Extremisten ausgehoben. Aus Sicherheitskreisen verlautete am Montag, mindestens zwölf Menschen seien bei der Razzia am Sonntag in der zwischen Indien und Pakistan umstrittenen Region Kaschmir festgenommen worden. Offensichtlich hat der internationale Druck zu der Aktion geführt.
Es habe einen kurzen Schusswechsel gegeben, meldet die Nachrichtenagentur AP. Von den pakistanischen Behörden gab es zunächst keine Stellungnahme. Bei den Terrorangriffen in Bombay in der vorletzten Woche kamen 171 Menschen ums Leben. Aus Geheimdienstkreisen verlautete, das Lager in der Nähe der Stadt Muzaffarabad sei bis 2004 von der Gruppe Lashkar-e-Taiba genutzt worden. Indien hat die Organisation für die Anschläge in Bombay verantwortlich gemacht.
Befragungen zu Bombay-AttentatenZuletzt habe die Dachorganisation Jamaat-ud-Dawa das Lager zu Ausbildungszwecken genutzt, hieß es weiter. Die Verdächtigen wurden auf mögliche Verbindungen zu den Terroranschlägen von Bombay befragt. Lashkar-e-Taiba wurde nach Einschätzung von Experten in den 80er Jahren mit Hilfe des pakistanischen Geheimdienstes gegründet, um gegen die indische Herrschaft in einem Teil Kaschmirs zu kämpfen.
Die Zeitung «The New York Times» berichtete am Montag unter Berufung auf amerikanische Geheimdienstquellen, Lashkar habe in den vergangenen Jahren mit Unterstützung des pakistanischen Geheimdienstes ISI an Stärke gewonnen. ISI habe Informationen an die Gruppe weitergegeben und sie vor Strafverfolgung geschützt. Es gebe allerdings keine Beweise, dass Lashkar-e-Taiba in die Anschläge von Bombay verwickelt sei.
Erneut Lkw-Depot angegriffen Terroristen in Pakistan griffen unterdessen erneut ein Lkw-Depot an, von dem aus die Nato-Truppen in Afghanistan versorgt werden. Augenzeugen berichteten von einer Explosion. Anschließend hätten mehrere Kämpfer das Gelände in Peshawar gestürmt. Mehrere Militärfahrzeuge hättn in Flammen gestanden.
Erst am Sonntag war bei einem Überfall auf ein Lkw-Depot in Nordwestpakistan ein Polizist ums Leben gekommen. Die Angreifer setzten 62 Lastwagen der Einrichtung in Brand, die der Versorgung von Nato-Truppen in Afghanistan dient. Es wird vermutet, dass Extremisten der Taliban-Miliz den Nachschub für die internationalen Truppen in Afghanistan treffen wollen, der zu einem großen Teil von Pakistan aus über den Khyber-Pass geführt wird. (AP)